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Sprint

Inkrementelle Softwareentwicklung in kurzen Zyklen

Scrum beschreibt ein inkrementelles, iteratives und empirisches Vorgehen mit wenigen Rollen, Aktivitäten und Artefakten, das häufig im Projektmanagement, in der Produkt- und der Softwareentwicklung genutzt wird. Ein zentrales Element in Scrum ist der sogenannte Sprint. Ein Sprint ist eine zeitlich definierte Iteration, also ein Prozess mit ähnlichen oder sogar gleichen Handlungen mit dem Ziel, eine definierte Lösung zu realisieren. Das Sprint-Ziel ist die Entwicklung eines potentiell auslieferbaren Inkrements – auch als Increment of Potentially Shippable Functionality bezeichnet. Folgende Merkmale definieren einen Sprint:

  • Jeder Sprint beginnt mit dem Sprint Planning bzw. Sprint Planning Meeting. Dort wird entschieden, welche Anforderungen aus dem Product Backlog in das Sprint Backlog aufgenommen und realisiert werden.
  • Ein Spint innerhalb einer Entwicklung hat immer eine gleichbleibende Dauer – auch als Timebox bezeichnet. Laut Scrum Guide bewegt sich die Dauer bei maximal 30 Tagen, also einem Kalendermonat. In der Softwareentwicklung sind Timeboxes zwischen einer Woche und vier Wochen üblich. Dieser relativ kurze Zeitraum ist ein wesentlicher Unterschied zur klassischen Iteration, die keine standardisierte Vorgabe zur Dauer zulässt. Auch der Begriff als solches indiziert, dass es sich nicht um einen Mittelstrecken- oder Langstreckenlauf sondern um eine Kurzstrecke – einen Sprint – handelt. Bei längeren Sprints könnte die Komplexität und damit das Risiko von Fehlentwicklungen steigen. Sprints fördern die Vorhersehbarkeit, indem sie mindestens die kontinuierliche Überprüfung und Anpassung des Fortschritts in Richtung des Sprint-Ziels sicherstellen. Gleichzeitig wird auch das finanzielle Kostenrisiko auf die Dauer des Sprints begrenzt.
  • An jedem Arbeitstag trifft sich das Entwicklungsteam zum Daily Scrum und tauscht sich über die erledigten und anstehenden Aufgaben, sowie mögliche Hindernisse bei der Arbeit aus. Den Status der Aufgaben wird per Taskboard visualisiert.
  • Zum Ende des Sprints wird ein Sprint Review und eine Retrospektive durchgeführt. Beim Sprint Review präsentiert das Team dem Product Owner und möglichen weiteren Stakeholdern die Arbeitsergebnisse. Bei der Retrospektive reflektiert das Entwicklungsteam den letzten Sprint und schaut – je nach verwendeter Methode – welche Aspekte es im nächsten Sprint beibehalten und welche weggelassen werden sollten.

Darüber hinaus sollten folgende Punkte beachtet werden:

  • Während eines Sprints werden keine Änderungen vorgenommen, die das Sprint-Ziel gefährden könnten.
  • Qualitätsziele werden nicht reduziert.
  • Der Scope kann zwischen Product Owner und dem Entwicklungsteam verhandelt werden, sobald neue Erkenntnisse und Lessons Learned vorliegen.
  • Der Scrum Master kümmert sich um Impediments und entlastet somit das Entwicklungsteam.

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