Inkrement

Was ist ein Inkrement, was versteht Scrum darunter und was ist eine inkrementelle Systementwicklung?

Wissen kompakt: Ein Inkrement ist in Scrum ein potenziell lieferfähiges Ergebnis eines Sprints. In der inkrementellen Softwareentwicklung bezeichnet es den schrittweisen Zuwachs von Funktionen.

Per Inkrement schrittweise den Lieferumfang erweitern

Der Begriff „Inkrement“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet ins Deutsche übersetzt „vergrößern“ oder „Zuwachs“. Übertragen auf die inkrementelle Softwareentwicklung bedeutet dies, dass ein System als Ganzes geplant, aber in Teilen realisiert wird. Pro Inkrement wächst der Umfang und/oder die Anzahl der Funktionen.

Das Inkrement in Scrum

In der agilen Software-, Produkt- oder Dienstleistungsentwicklung gibt es Inkremente; in Scrum bspw. ist es das erwartete, potenziell lieferfähige Ergebnis eines Sprints. Der Scrum Guide definiert es als „ein konkretes Etappenziel auf dem Weg zum Produkt-Ziel, wobei jedes Inkrement additiv zu allen vorherigen Inkrementen ist und gründlich verifiziert wird, um sicherzustellen, dass alle Inkremente zusammenwirken. Um einen tatsächlichen Wert darzustellen, muss das Inkrement nutzbar sein“.

Der Umfang des potenziell lieferfähigen Ergebnisses wird durch das Sprint Backlog definiert, auf das sich die Entwickler im Rahmen des Sprint Plannings committen. Zur Freigabe des Ergebnisses muss die Definition of Done überprüft sein. Potenziell lieferfähig heißt, dass die Software – wie definiert – funktioniert und an Kunden bzw. Anwender ausgeliefert werden könnte.

In der Praxis wird aber nicht jedes Sprint-Ergebnis ausgeliefert, meist werden Releases, also die Ergebnisse mehrerer Sprints, Kunden zur Verfügung gestellt und entsprechend durch das Marketing und den Vertrieb vermarktet und vertrieben. Interessanterweise kann das Scrum Team nach dem aktuellen Scrum Guide – zumindest theoretisch – auch mehr als eine Auslieferung pro Sprint vornehmen.

Die inkrementelle Systementwicklung im V-Modell XT

Das V-Modell XT als deutscher Standard für die Planung und Durchführung von Systementwicklungsprojekten, der in Unternehmen, Behörden und im militärischen Bereich genutzt wird, definiert eine inkrementelle Systementwicklung. Diese adressiert nicht nur Neuentwicklungen, sondern auch die Weiterentwicklung und Migration von Altsystemen. Sie kann dann zum Einsatz kommen, wenn die Anforderungen an das zu erstellende / weiterzuentwickelnde System als relativ stabil gelten und die technologischen Risiken als gering einzustufen sind. Auch der Einsatz von Fertigprodukten ist dann möglich.

Inkrement

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Hinweise:

Neben der Softwareentwicklung wird der Begriff auch in der Ökonomie als festgelegte, minimale Erhöhung von Geboten bei Auktionen, im Plotting als feste Schrittweite des Zeichenkopfes und im Schach als Zeitgutschrift pro Zug verwendet. In der Informatik entsprechen Inkremente und Dekremente Operatoren, die durch einzelne Befehle zu Werterhöhungen und Wertverkleinerungen führen; zusätzlich wird hier zwischen Prä- und Postinkrement unterschieden.

Hier finden Sie ein Video über iterative und inkrementelle Softwareentwicklung.

Hier finden Sie ergänzende Informationen aus unserer Rubrik Wissen kompakt:

Wissen kompakt: Wie funktioniert ein Sprint-Planning?

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Wissen kompakt: Was ist eine Definition of Done?

Was ist eine Definition of Done?