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Was ist ein Systemkontext?

Welche Ziele und Herausforderungen gibt es bei der Systemkontextanalyse?

Systemkontext – Definition

Der Systemkontext beschreibt die Interaktion eines Systems mit seiner Umgebung. Für ein zu entwickelndes System ist die Betrachtung des Systemkontexts wichtig, denn mit der Festlegung von System und Systemgrenze, sowie relevanter und irrelevanter Systemumgebung definieren Sie, welche Aspekte im Rahmen einer Entwicklung zu beachten sind. Auch Gesetze, Normen, Richtlinien sind bei der Beurteilung der Kontextgrenzen zu berücksichtigen.

Die Abgrenzung des Systemkontexts

Mit dem Systemkontext bestimmen Sie, wer und was Einfluss auf ein zu entwickelndes System nimmt. Durch diese Bestimmung definieren Sie den Scope der Entwicklung. Fehlt dieser Scope können einerseits Anforderungen unvollständig bleiben oder andererseits Anforderungen erhoben werden, die über den eigentlichen Umfang der Entwicklung hinausgehen. In der Konsequenz entstehen so Probleme, Aufwände und Kosten, die durch eine klare Bestimmung des Systemkontexts vermieden werden können.

Die Abgrenzung des Systemkontexts beantwortet drei Fragen:

  • Was soll entwickelt werden?
  • Welche anderen Systeme, Schnittstellen, Regeln müssen bei der Entwicklung berücksichtigt werden?
  • Welche anderen Systeme, Schnittstellen, Regeln müssen nicht bei der Entwicklung berücksichtigt werden?

 

Systemkontext
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Die Interaktion

Der Systemkontext beschreibt die Interaktion eines Systems mit seiner Umgebung.

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Das System

Im Zentrum der Entwicklung steht das System. Doch wie weit soll die Entwicklung gehen? Müssen bspw. Schnittstellen zu anderen Systemen ebenfalls realisiert werden?

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Irrelevante Umgebung

Die "irrelevante" Systemumgebung bestimmt, welche Aspekte außerhalb ihrer Betrachtung und daher außerhalb ihrer Entwicklung liegen.

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Relevante Umgebung

Mit dem Systemkontext definieren Sie, welche Inhalte Sie bei einer Entwicklung berücksichtigen. Das ist die "relevante" Systemumgebung.

Die Begriffe der Abgrenzung

Bei dieser einfachen Darstellung steht das Eigelb für Ihr System. Der Rand des Eigelbs ist die sogenannte Systemgrenze. Die Systemgrenze trennt das geplante System von seiner Umgebung. Sie grenzt den veränderbaren Teil Ihrer Entwicklung von Aspekten in der Umgebung ab, die durch den Entwicklungsprozess nicht verändert werden können. Das Eiweiß steht für den Systemkontext, den wir entsprechend in unserem Projekt betrachten. Die Systemkontextgrenze trennt den relevanten Teil der Umgebung Ihres geplanten Systems vom irrelevanten Teil, d. h. dem Teil der Umgebung, der keinen Einfluss auf die Anforderungen Ihres Systems hat.

Ziele, Herausforderungen und Darstellung des Systemkontexts

Das Ziel der Systemkontextanalyse

Die Systemkontextanalyse hat das Ziel, alle für ein System

  • relevanten Personen (z.B. Stakeholder),
  • Prozesse (z.B. Geschäftsprozesse),
  • Systeme (z.B. Fremdsysteme, mit denen das geplante System per Schnittstelle interagieren soll),
  • Ereignisse (z.B. die Ablösung eines vorhandenen, anderen Systems) und
  • Dokumente (z.B. Gesetze, Regeln, Normen) zu finden.

Der Systemkontext ist der Teil der Umgebung eines Systems, der das System beeinflusst und für die Erhebung von Anforderungen relevant ist. Das System selbst kann den Systemkontext nicht beeinflussen, er muss sich an diesen anpassen.

Herausforderungen bei der Analyse

Im Rahmen der Systemkontextanalyse gibt es bei der Definition des Systemkontexts zwei Herausforderungen:

  • Es stehen nicht alle Informationen zur Beurteilung zur Verfügung.
  • Es fehlen Entscheidungen, wie Informationen zugeordnet werden sollen.

Nicht immer stehen zu Projektbeginn alle Informationen zur Verfügung. So könnte es sein, dass nicht jede zu beachtende Norm oder jede künftige Gesetzesänderung den Projektbeteiligten bekannt sind. Häufig hängt die Einteilung von Information in Bezug auf System, Systemkontext oder irrelevanter Umgebung und damit die Notwendigkeit der Erfassung von Anforderungen auch von Managemententscheidungen ab. Es entstehen sogenannte Grauzonen. Es ist wichtig, diese so früh wie möglich zu beseitigen, um so spätere Probleme, Aufwände und Kosten zu vermeiden.

Diagramme zur Darstellung und Dokumentation des Systemkontexts

Bei der Entwicklung eines Systems ist es nicht ausreichend, wenn nur der Softwarearchitekt den Systemkontext vor seinem geistigen Auge sieht. Der Systemkontext sollte dokumentiert und allen Projektbeteiligten zugänglich gemacht werden. Zur Dokumentation bieten sich verschiedene Diagramme an: Mit einem Kontextdiagramm – manchmal auch als Systemkontextdiagramm bezeichnet – aus der „Strukturierten Analyse“ können Sie die Systemumgebung in einer frühen Entwurfs- oder Analysephase festhalten. Es ist ein abstraktes Datenflussdiagramm, mit dem Sie die Schnittstellen des Systems zu dessen Umwelt gut abbilden können. Alternativ könnten Sie auch ein Anwendungsfalldiagramm oder ein Kompositionsstrukturdiagramm der Unified Modeling Language (UML) bzw. ein internes Blockdiagramm der Systems Modeling Language (SysML) verwenden.

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Herausforderungen für Unternehmen

Die Definition von System und Systemgrenzen

Mit der Definition von System und Systemgrenzen schaffen Unternehmen ein gemeinsames Verständnis für die Entwicklung einer Lösung. Von diesem Verständnis profitiert das gesamte Projektteam. Es verfolgt keine Anforderungen, die außerhalb des Kontextes liegen. Gleichzeitig kann es aber bewusst Informationen festhalten, die außerhalb des Kontextes liegen, denn nur so ist sichergestellt, dass sich niemand immer wieder mit denselben irrelevanten Aspekten beschäftigt. Idealerweise sollten Grauzonen frühzeitig erkannt und beseitigt werden. Dies erleichtert die Anforderungserhebung und ermöglicht die Gestaltung einer passenden Softwarearchitektur. So sparen Unternehmen Aufwand und Kosten.

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