Klickdummy

Was ist ein Klickdummy, welche Vorteile bietet die Nutzung und welche Herausforderungen bestehen?

Layouts und Designs testen sowie Anwender besser verstehen

Das Sprichwort „Ein Bild sagt mehr als tausend Worte“ drückt aus, dass sich Sachverhalte (oftmals) leichter mit Bildern als (ausschließlich) mit Sprache darstellen lassen. Beim Klickdummy verhält es sich ähnlich. Er ist ein klickbarer Prototyp, der im Zuge einer Web- oder Softwareentwicklung – also bspw. beim Entwurf von Websites oder der Programmierung von Webanwendungen – frühzeitiges Feedback der Anwender ermöglicht. Der Klickdummy ist ein Hilfsmittel zur Darstellung von Software- oder Weboberflächen, oder zur Demonstration von Workflows und Use Cases.

Meist kommt der Klickdummy in der Konzeptionsphase zum Einsatz. Dabei vermittelt er unter Umständen den Eindruck eines weitgehend „fertigen“ Produkts, obwohl er keine oder weitestgehend keine Funktion bereitstellt. Es ist im wahrsten Sinne des Wortes eine dumme Lösung, die das Klicken von Elementen wie Buttons, Schaltflächen oder Links ermöglicht und somit hilft

  • unterschiedliche Layouts und Designs zu testen,
  • die Erwartungen der Anwender zu überprüfen,
  • auf das Verhalten der Anwender zu reagieren,
  • und Websites, Webanwendungen oder Apps agil zu entwickeln.

Alternative Begriffe sind Clickdummy und Klickprototyp; oftmals wird Wireframe synonym verwendet, wobei es durchaus Unterschiede zwischen einem Klickdummy und einem Wireframe gibt. Manchmal wird der Klickdummy auch als evolutionärer Prototyp bezeichnet.

Vorteile von Klickdummys

„Als Kunde meiner Bank möchte ich eine moderne, einfach zu bedienende Oberfläche an den Geldautomaten nutzen, um so bspw. nicht nur Geld abheben, sondern auch meine PIN-Nummer und meine Adresse ändern zu können. Auch möchte ich die Frequenz der postalisch versendeten Kontoauszüge am Geldautomaten anpassen.“  So könnte eine Anforderung eines Bankkunden lauten. Und jetzt? Was meint der Kunde genau? Was ist für ihn „modern“, was bedeutet „einfach zu bedienen“? Möchte er jede Funktion mit einem Klick erreichen oder würde er auch per Menü zu den Punkten navigieren? Und falls Menü, wo und wie sollte es angeordnet und strukturiert werden?

In einer scheinbar einfachen Anforderungen kann viel Interpretationsspielraum stecken. Mit einem Klickdummy lassen sich

  • Kunden, Anwender oder Auftraggeber schon während der Konzeptionsphase einbinden.
  • Unsicherheiten und Unklarheiten iterativ reduzieren bzw. Anforderungen und Wünsche besser verstehen.
  • die User Experience frühzeitig in den Mittelpunkt stellen und so nachhaltig verbessern.
  • Kosten vermeiden, die durch eine vorschnelle Implementierung entstehen würden.

In Verbindung mit dem Einsatz eines Klickdummys ist es eine gute Option, sich im Vorfeld Aufgaben für die Anwender zu überlegen („Als erstes heben Sie bitte 100 Euro ab, danach ändern Sie bitte Ihre PIN-Nummer.“). Während der Anwendung können Beobachtungstechniken wie Feldbeobachtung und Contextual Inquiry, oder Befragungstechniken zum Einsatz kommen. In den letzten Jahren erfreuen sich auch interaktive Formate wie bspw. das Usability Testessen, bei dem Prototypen, Websites oder Apps bei Pizza, Bier oder Brause auf ihre Gebrauchstauglichkeit getestet werden, einer steigenden Beliebtheit.

Klickdummy - ein Hilfsmittel in der Konzeptionsphase einer Entwicklung

Herausforderungen beim Einsatz von Klickdummys

Welche Herausforderungen gibt es beim Einsatz von Klickdummys?

  • Geeignete Tools müssen gefunden werden, um sie möglichst einfach erstellen und im Dialog mit den Anwendern anpassen zu können.
  • Ein Moderator wird benötigt, insbesondere wenn es widersprüchliche Aussagen verschiedener Anwender gibt.
  • Und natürlich sollte im Vorfeld den Teilnehmer bzw. Anwendern klar sein, was von ihnen erwartet wird und wie lange es dauert.

Die größte Herausforderung ist aber eine andere! Sie liegt im mangelnden Verständnis der Kunden, Anwender oder Auftraggeber. Ein Klickprototyp kann bestenfalls per Klick eine URL oder eine andere Sicht in einer Anwendung aufrufen. Er vermittelt zwar den Eindruck, als könnte die Anwendung bereits vieles, aber dem ist nicht so. Der Schein trügt. Und er soll ja auch trügen, denn der Anwender soll ein „ernsthaften“ Eindruck von der geplanten Lösung erhalten. Die Lösung ist aber nur geplant, sie ist nicht realisiert. Nichts davon ist realisiert.

Der Klickdummy dient der Auftragsklärung, er ist ein Hilfsmittel während der Konzeption. Menschen, die dies nicht verinnerlichen, laufen schnell Gefahr, die Zeit für die Implementierung zu unterschätzen. Darüber hinaus werden von Anwendern oftmals Performance-Erwartungen postuliert, da sie bspw. glauben, dass die Ausführung einer Funktion genauso schnell wie beim Einsatz des Klickprototypen gehen wird. Häufig ist dies aber nicht realistisch.

Wichtig ist also im Vorfeld des Einsatzes eine klare Kommunikation. Wird dies versäumt, werden entweder die Erwartungen der Kunden, Anwender oder Auftraggeber im Nachgang enttäuscht oder der Druck auf die Entwickler steigt, eine performante Lösung in sehr kurzer Zeit zu realisieren. Vermutlich passiert sogar beides.

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Hinweise:

Hier finden Sie ergänzende Informationen aus unserer Rubrik Wissen kompakt:

Wissen kompakt: Was ist Pretotyping?

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Wissen kompakt: Was ist ein Minimum-Viable-Product?

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