Was ist Bloatware?

Wissen kompakt: Bloatware bezeichnet Software, die eine übermäßige Anzahl von unnötigen, nicht benutzten Features besitzt.

Bloatware – Softwarefunktionen ohne realen Nutzen

Viele Softwareprodukte bieten eine große Menge von Features an. Besitzt eine Software viele unnötige, nicht benutzte Features, wird sie als Bloatware bezeichnet.  Der englische Begriff „to bloat“ steht für „aufblähen“, eine Bloatware ist somit eine „aufgeblähte Software“. Alternativ wird auch der Begriff „Software Bloat“ verwendet.

Der Prozess, der zu einer Bloatware führt, wird im Englischen als „creeping featuritis“ – also als Krankheit der schleichenden Zunahme von Funktionen – bezeichnet. Die Gründe für diese Zunahme liegen meist

  • in mangelnder Stakeholderkommunikation,
  • Unkenntnis von Basis-, Leistungs- und Begeisterungsmerkmalen (wie sie das Kano-Modell beschreibt),
  • im Overengineering oder
  • der gewünschten Vermarktung neuer Funktionen bzw. gesamter Programme.

Arten von Bloatware

Grundsätzlich gibt es drei verschiedene Arten von Bloatware:

  1. Software, die mit Funktionen überladen ist, die für den Großteil der Anwender keinen oder nur geringen Nutzen stiftet.
  2. Software, die ähnliche Funktionen wie die Konkurrenzprodukte anbietet, dabei aber mehr Systemressourcen beansprucht.
  3. Software, die entweder zusätzlich mit der Installation anderer Programme installiert wird oder bereits vorinstalliert wurde (und sich häufig auf Smartphones nicht deinstallieren lässt). Diese Art wird auch Crapware genannt.

Durch das schlichte Zählen von Funktionsaufrufen innerhalb einer Software könnten Hersteller relativ leicht herausfinden, welche Funktionen von Anwendern genutzt oder nicht genutzt werden. In der Folge ließen sich Funktionen aus dem Funktionsumfang künftiger Versionen entweder entfernen oder in Plugins oder Add-Ons auslagern. Bei einer Auslagerung könnten interessierte Anwender besagte Funktionen weiterhin nutzen, während alle anderen Anwender eine „schlankere“ Software verwenden.

Auch die Entwicklung von modularer Software könnte an sich ein Instrument gegen Bloatware sein, doch oftmals finden sich in sinnvollen Modulen auch Funktionen, die lediglich geringen Nutzen bieten oder selten genutzt werden.

Bloatware trotz agiler Softwareentwicklung

Kann es auch in der agilen Softwareentwicklung zu Bloatware kommen? Die Antwort lautet: ja. Im Idealfall beachtet die agile – und auch die traditionelle – Softwareentwicklung die Wünsche und Anforderungen der Anwender. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, diese bspw. durch ein dediziertes Requirements Engineering in Erfahrung zu bringen. In der Praxis kommt es trotz agiler Softwareentwicklung immer wieder dazu, dass die Priorisierung und das Refinement von Backlogs ohne Feedback der Anwender und ohne Fokus auf den Geschäftswert einzelner Funktionen durchgeführt wird. Und das kann dazu führen, dass Funktionen bereitgestellt werden, die das entsprechende Produkt lediglich aufblähen.

Wie können Sie Bloatware entfernen?

Und wie lässt sich Bloatware entfernen? Die Antwort lautet: es kommt darauf an:

  • Handelt es sich um Software mit zu vielen, unnötigen Funktionen, können Sie die Software in den allermeisten Fällen einfach deinstallieren.
  • Gleiches gilt für Software, die ähnliche Funktionen wie Produkte anderer Hersteller bietet, dabei aber mehr Systemressourcen beansprucht.
  • Handelt es sich aber um Crapware oder Adware, also Software, die zusätzlich mit der Installation anderer Programme installiert wurde,  könnte der Einsatz von separaten Tools wie bspw. AdwCleanerShould I Remove it? oder Slim Computer sinnvoll sein. Grundsätzlich empfiehlt es sich, nach entsprechenden Lösungen für Geräte oder Betriebssysteme zu schauen, wobei hier besondere Vorsicht geboten ist, denn Sie wollen sich nicht durch die Installation einer Anti-Bloatware-Software aus Versehen unerwünschte Software installieren.

 

Bloatware - Software mit übermäßiger Anzahl von unnötigen, nicht benutzten Features

Hinweise:

Aus dem Blickwinkel der Qualitätssicherung betrachtet, könnte Bloatware ggf. auch gegen das Prüfkriterium „Abwesenheit (vom Kunden) nicht spezifizierter Funktionalitäten“ verstoßen. Ein Umstand, der auch beim sogenannten Gold Plating eine wichtige Rolle spielt.

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