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Agiles Manifest

Das Fundament der Werte

Die agile Softwareentwicklung mit ihren prominenten Vertretern wie Scrum oder Extreme Programming basiert auf einem Fundament an Werten, die 2001 als „Manifesto for Agile Software Development“ – kurz: Agile Manifesto, oder auf deutsch: Agiles Manifest – veröffentlicht wurden. Das Agile Manifest wurde von Fachleuten der Softwareentwicklung mit folgendem Anspruch verfasst:

  • „“We are uncovering better ways of developing software by doing it and helping others do it. Through this work we have come to value:“ Und auf deutsch: „Wir erschließen bessere Wege, Software zu entwickeln, indem wir es selbst tun und anderen dabei helfen. Durch diese Tätigkeit haben wir diese Werte zu schätzen gelernt:“

Folgende Werte definiert das Agile Manifest:

  • Individuals and interactions over processes and tools.
    Individuen und Interaktionen sind wichtiger als Prozesse und Werkzeuge.
  • Working software over comprehensive documentation.
    Funktionierende Software ist wichtiger als eine umfassende Dokumentation.
  • Customer collaboration over contract negotiation.
    Zusammenarbeit mit dem Kunden ist wichtiger als die Vertragsverhandlung.
  • Responding to change over following a plan.
    Reagieren auf Veränderung ist wichtiger als das Befolgen eines Plans.

In der Praxis der agilen Softwareentwicklung gibt es immer wieder Diskussionen um diese Werte. Auch wenn die Autoren bei der Veröffentlichung des Agilen Manifest erläuterten, dass sie die Werte auf der rechten Seite wichtig finden, schätzen sie die Werte auf der linken Seite (die Fett-gedruckten Werte) höher ein. Damit sagen Sie aber bspw. nicht, dass es in der agilen Softwareentwicklung keine Dokumentation geben soll oder darf, sondern lediglich, dass funktionierende Software im Verhältnis natürlich wichtiger ist.

Unterzeichnet wurde das Agile Manifest von 17 Personen, die in der agilen Community auch heute noch sehr beachtet werden. Namentlich sind dies in alphabetischer Reihung: Kent Beck, Mike Beedle, Arie van Bennekum, Alistair Cockburn, Ward Cunningham, Martin Fowler, James Grenning, Jim Highsmith, Andrew Hunt, Ron Jeffries, Jon Kern, Brian Marick, Robert C. Martin, Steve Mellor, Ken Schwaber, Jeff Sutherland und Dave Thomas.

Im Zuge des Manifests wurden auch 12 Prinzipien der agilen Softwareentwicklung dokumentiert (hier nachfolgend frei ins Deutsche übersetzt):

  • Die höchste Priorität ist es, Kunden durch eine frühe und kontinuierliche Auslieferung von wertvoller Software zufrieden zu stellen.
  • Anforderungsänderungen – auch spät in der Entwicklung – sind willkommen. Agile Prozesse nutzen Veränderungen
    zum Wettbewerbsvorteil des Kunden.
  • Die Lieferung von funktionierender Software sollte in regelmäßigen, idealerweise kurzen Zeitspannen von wenige Wochen oder Monaten erfolgen.
  • Fachexperten und Entwicklern müssen kontinuierlich – also täglich – zusammenarbeiten.
  • Motivierte Individuen muss Vertrauen entgegen gebracht werden. Sie sollen mit einem Umfeld unterstützt werden, das sie für ihre Projekte benötigen.
  • Die Kommunikation von außen und innerhalb des Entwicklungsteams soll nach Möglichkeit im Gespräch von Angesicht zu Angesicht erfolgen. Das ist die effizienteste und effektivste Methode.
  • Als wichtigstes Fortschrittsmaß gilt die Funktionsfähigkeit der Software.
  • Durch ein gleichmäßiges Tempo, das Auftraggeber, Entwickler und Benutzer über einen unbegrenzten Zeitraum halten können, wird eine nachhaltige Entwicklung gefördert.
  • Das Augenmerk sollt ständig auf technische Exzellenz und gutes Design gerichtet sein.
  • Einfachheit ist essenziell. (An anderer Stelle – nicht im Agilen Manifest – wird dies auch als KISS-Prinzip bezeichnet.)
  • Die Selbstorganisation der Teams bei Planung und Umsetzung führt zu den besten Anforderungen, Entwürfen und Architekturen.
  • In regelmäßigen Abständen reflektiert das Team, wie es effektiver werden kann und adaptiert sein Verhalten.

Diese 12 Prinzipien ergänzen die vier Werte des Agilen Manifests; gemeinsam sind sie die Basis für eine Reihe von Methoden und Praktiken, die in der agilen Softwareentwicklung (bspw. beim Daily Scrum, beim Sprint Review oder bei der Retrospektive) und auch in der Produktentwicklung gilt. In der aktuellen Fassung des Scrum Guides ist festgehalten, dass das agile Manifest nicht nur für die Softwareentwicklung sondern auch generell für die Produktentwicklung geeignet ist.

“Das Fachwissen zu Softwarearchitekturen, die Expertise in der Softwareentwicklung und die sehr flexible Arbeitsweise waren ideal für uns.“
„Ihren Blog lese ich schon lange und mit großer Freude. Systematisch, auf den Punkt und ansprechend.“
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