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Versionsmanagement

Die Erfassung von Änderungen an Dateien

Dateien können sich im Laufe von Entwicklungen und Projekten ändern. Das Versionsmanagement beschäftigt sich mit der Verwaltung von Dateien unabhängig von Art, Typ oder Größe inklusive ihrer Archivierung, der Protokollierung von Änderungen, der Wiederherstellung älterer Dateiversionen und der Zugriffskoordination. Genutzt wird es vor allem in der Softwareentwicklung. Da es in vielen Unternehmensbereichen regelmäßig Änderungen gibt, wird Versionsmanagement bspw. auch im Projektmanagement, im Anforderungsmanagement oder bei der Gestaltung von Webseiten verwendet.

In einem Versionsmanagement-System lassen sich Dateien wie Lastenhefte oder Pflichtenhefte, Projekthandbücher, Reports, Änderungsanträge, Testfälle und Quellcode etc. verwalten. Sämtliche Dateien werden bei jeder Änderung mit einer Benutzerkennung und Zeitstempel in der zentralen Versionsverwaltung gesichert, so dass jederzeit nachvollzogen werden kann, wer wann was an einer Datei verändert hat. In der Folge können beliebige Versionen einer Datei miteinander verglichen werden. Auch ältere Versionen einer Datei lassen sich wiederherstellen. Damit dies funktioniert, müssen Dateien nach ihrer Bearbeitung in das Versionsmanagement-System „eingecheckt“ – also zur Verwaltung und als Ablage übergeben – werden. Ist eine Datei eingecheckt, muss sie zur weiteren Bearbeitung aus dem System wieder „ausgecheckt“ – also zur Bearbeitung freigegeben – werden.

Folgende Aufgaben erfüllt ein Versionsmanagement:

  • Archivierung einzelner Stände von Dateien, so dass stets auf die aktuelle Version einer Datei, bei Bedarf aber auch auf ältere Versionen – quasi per Wiederherstellung – zugegriffen werden kann.
  • Protokollierung von Änderungen, so dass nachvollzogen werden kann, wer was an einer Datei verändert hat.
  • Koordination der Zugriffe auf eine Datei und Definition möglicher Lese-, Schreib- und Löschrechte. Manche Systeme bieten auch die Möglichkeit, in Abhängigkeit definierter Rechte, Dateien anzuzeigen bzw. nicht anzuzeigen.

Es gibt zwei grundsätzliche Konzepte beim Versionsmanagement:

  • Bei der pessimistischen Versionsverwaltung – auch als Lock Modify Write oder exklusives Check-out bezeichnet – wird der Zugriff auf eine Datei gesperrt, wenn ein anderer Mitarbeiter diese bereits bearbeitet. Damit entfällt ein mögliches Zusammenführen verschiedener Änderungen.
  • Bei der optimistischen Versionsverwaltung – auch als Copy Modify Merge bezeichnet – ist die gleichzeitige Bearbeitung von Dateien durch mehrere Anwender möglich, die Änderungen müssen aber, manuell oder automatisiert, zusammengeführt werden.

Vorgehensmodelle wie das V-Modell XT oder Hermes nutzen bei der Arbeit mit Dokumenten zusätzlich einen Änderungsindex, der dem Leser eines Dokuments die Versionshistorie des Dokuments tabellarisch benennt. Damit erkennt der Leser bspw. welche Versionen es zu welchen Zeitpunkten gab, wer die Autoren waren und gegebenenfalls auch, welche Unterschiede zwischen einzelnen Versionen explizit dokumentiert wurden. Möglicherweise kann er aber nicht erkennen, ob er tatsächlich gerade die letzte, aktuelle Version des Dokuments liest.

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