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Team Estimation Game

Die relative Schätzung von Backlog Items im Team

Das Team Estimation Game ist eine agile (Scrum-)Technik, bei der ein Team sukzessive den Aufwand zur Realisierung von Backlogs Items relativ zueinander schätzt. Auch wenn der Name Team Estimation Game suggeriert, es könnte ein Spiel einer Gruppe sein (Team = Gruppe, Estimation = Schätzung und Game = Spiel), so ist es in Wirklichkeit ein sehr ernsthaftes und effizientes Tool, um Aufwände von Backlog Items relativ zueinander zu ermitteln. Wie die meisten Regeln in Scrum sind auch die Regeln der Schätzung spielerisch leicht:

  • Die Schätzungen werden von den Entwickeln vorgenommen. Product Owner und Scrum Master dürfen nicht schätzen. Der Scrum Master könnte in seiner Rolle das Estimation Game moderieren.
  • Die im Backlog Refinement (meist durch den Product Owner und/oder dem Team) vorbereiteten User Storys, die im Zuge des Team Estimation Games zu schätzen sind, werden auf Kärtchen notiert und gestapelt.
  • Die erste Karte des Stapels – also die erste User Story – wird vom ersten Gruppenmitglied mittig an einem Whiteboard, einer Stellwand oder an einer Tafel befestigt.
  • Das zweite Teammitglied positioniert eine zweite Karte relativ zur ersten:
    Schätzt er die Komplexität der User Story ähnlich ein, so positioniert er die zweite Karte neben der ersten.
    Schätzt er die Komplexität der User Story höher ein, so positioniert er die zweite Karte unter der ersten.
    Schätzt er die Komplexität der User Story niedriger ein, so positioniert die die zweite Karte über der ersten.
    (In manchen Organisationen werden die Karten auch genau anders herum positioniert; wichtig ist hier lediglich das gemeinsame Verständnis im Team.)
  • Das dritte Teammitglied hat nun zwei Optionen:
    Er positioniert eine dritte User Story anhand seiner Komplexitätseinschätzung neben, unter oder über den beiden anderen Karten.
    Oder: er verschiebt die zweite Karte, weil er die Komplexität anders als das zweite Teammitglied einschätzt.
    Beim Verschieben einer bereits positionierten Karte bietet es sich an, diese Karte für spätere Diskussionen zu markieren. Im Zuge des eigentlichen Team Estimation Games reicht eine kurze Erklärung, warum er eine andere Meinung vertritt, die allerdings nicht direkt in eine Diskussion münden soll.
  • Das Spiel geht so lange weiter, bis alle Karten des Stapels relativ zueinander geschätzt wurden.

Die relativen Ergebnisse im Team Estimation Game lassen sich in der Folge bspw. für eine Schätzung von konkreten Story Points verwenden. Bei verschobenen bzw. häufig verschobenen User Storys bietet sich die Definition von Spike Storys zur genaueren Untersuchung an. Grundsätzlich offeriert die Schätzung im Team folgende Vorteile:

  • Gemeinsames Verständnis der relativen Aufwände und eine gute Basis für eine schnellere Aufwandsschätzung.
  • Geringer Aufwand als bei einer frühzeitigen Zerlegung der User Storys in Tasks.
  • Intuitives Regelwerk und Förderung der Kollaboration im Team.

Natürlich sollten die Teilnehmer am Team Estimation Game einen entsprechenden fachlichen Hintergrund haben. Fehlt dieser punktuell, dürfen Entwickler bei einzelnen Runden auch aussetzen. Als Kritikpunkt bzw. mögliche Grenze wird in manchen Publikationen die Gruppengröße genannt; da Scrum aber eine maximale Größe von 9 Mitgliedern definiert (und einer davon normalerweise auch noch der Scrum Master ist) greift diese Kritik nur bedingt.

“Das Fachwissen zu Softwarearchitekturen, die Expertise in der Softwareentwicklung und die sehr flexible Arbeitsweise waren ideal für uns.“

„Ich brauche Freiheit und Vertrauen. Und ich möchte Verantwortung übernehmen und dabei Spaß haben!“

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