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V-Modell 97

Der Entwicklungsstandard für IT-Systeme im Jahr 1997

Das V-Modell 97 wurde 1997 als Entwicklungsstandard für IT-Systeme der Bundeswehr und der deutschen Bundesverwaltung veröffentlicht. Konzipiert wurde es als Nachfolger des V-Modell 92. Ziele waren die Standardisierung der Softwareentwicklung bei gleichzeitiger Erhöhung der Softwarequalität und Begrenzung der Kosten über den Lebenszyklus einer Software.

Inhaltlich wurde das V-Modell 97 in drei Bereiche gegliedert:

  • Als Vorgehensmodell definierte es, was in einer Entwicklung getan werden sollte. Dokumentiert wurde dies als „Allgemeiner Umdruck 250 (AU 250)“. AU 250 bestand aus einem Regelungsteil (AU 250-1), einem Teil für behördenspezifische Ergänzungen (AU 250-2) und einer Handbuchsammlung (AU 250-3).
  • Die Methodenzuordnung legte fest, mit welchen Methoden die Aktivitäten des Vorgehensmodells durchzuführen und welche Darstellungsmittel für die Ergebnissen zu verwenden waren. Dokumentiert wurde dies als „Allgemeiner Umdruck 251 (AU 251)“.
  • Die Werkzeuganforderungen beschrieben, womit Entwicklungen durchgeführt werden sollten. Dokumentiert wurde dies als „Allgemeiner Umdruck 252 (AU 252)“.

Inhaltlich basierte das V-Modell 97 auf vier Submodellen:

  • Submodell Projektmanagement (PM) mit Projektinitialisierung (PM 1), Vergabe/Beschaffung (PM 2), Auftragnehmer-Management (PM 3), Feinplanung (PM 4), Kosten-/Nutzenanalyse (PM 5), Durchführungsentscheidung (PM 6), Risikomanagement (PM 7), Projektmanagement-Kontrolle/Steuerung (PM 8), Informationsdienst (PM 9), Schulung/Einarbeitung (PM 10), Diverses (PM 11/12/13) sowie Projektabschluss (PM 14).
  • Submodell Qualitätssicherung (QS) mit QS-Initialisierung (QS 1), Prüfungsvorbereitung (QS 2), Prozessprüfung (QS 3), Produktprüfung (QS 4) und QS-Berichtswesen (QS 5).
  • Submodell Systemerstellung (SE) mit Systemanforderungsanalyse (SE 1), Systementwurf (SE 2), SW-/HW-Anforderungsanalyse (SE 3), SW-Entwicklung (SE 4-SW bis SE 7-SW), HW-Entwicklung (SE 4-HW bis SE 7-HW), Systemintegration (SE 8) und Überleitung in die Nutzung (SE 9).
  • Submodell Konfigurationsmanagement (KM) mit KM-Initialisierung (KM 1), Produkt- und Konfigurationsverwaltung (KM 2), Änderungsmanagement (KM 3) und KM-Dienste (KM 4).

Im Gegensatz zum V-Modell 92 adressierte das V-Modell 97 fortan auch eine inkrementelle und objektorientierte Entwicklung. Aus dem Submodell Softwareerstellung (SWE) wurde das Submodell Systemerstellung (SE) und aus Anforderungen wurden Anwenderforderungen und technische Anforderungen. Darüber hinaus wurden das Submodell Projektmanagement (PM) und die Begriffe des Submodells Qualitätssicherung (QS) überarbeitet.

Das V-Modell 97 wurde im Februar 2005 durch das V-Modell XT abgelöst. Das V-Modell XT kennt keine Submodelle sondern Vorgehensbausteine, es definiert Projektdurchführungsstrategien und Entscheidungspunkte. Auch das Tailoring-Konzept wurde stark verändert. In der Übergangsphase vom V-Modell 97 zum V-Modell XT nutzten viele Organisationen für fortlaufende Projekte weiterhin das V-Modell 97 und verwendeten das neue Vorgehensmodell erst bei nachfolgenden oder neuen Projekten.

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