How-Now-Wow-Matrix

Wissen kompakt: Die How-Now-Wow-Matrix ist ein Instrument zur Auswahl von Ideen, die nach ihrer Originalität und Machbarkeit kategorisiert werden.

How-Now-Wow-Matrix – die Kategorisierung von Ideen

Wenn Organisationen neue, kreative Ideen entwickeln wollen, nutzen sie häufig Brainstorming. „Thinking outside the box“ lautet ein Kredo, das in solchen Situationen häufig propagiert wird. Geht es jedoch um die Umsetzung der identifizierten Ideen, entscheiden sich Organisationen – und damit die Menschen, die in und für diese Organisationen tätig sind – oftmals für die Ideen, die ihnen am vertrautesten erscheinen. Für dieses „kreative Paradoxon“ gibt es eine Lösung: die How-Now-Wow-Matrix.

Die How-Now-Wow-Matrix ist ein Instrument zur Auswahl von Ideen, basierend auf zwei konkreten Parametern:

  • Originalität und
  • Machbarkeit.

Idealerweise sorgen diese Parameter für eine verbesserte Struktur bei der Auswahl von Ideen. Statt „Ideen mit dem kleinsten gemeinsamen Nenner“ rücken „Wow“-Ideen ins Blickfeld. Visualisiert wird die Auswahl mittels einer Matrix:

    How-Now-Wow-Matrix - die Kategorisierung von Ideen
    • How – also „Wie“ – steht für Ideen, die zwar innovativ sind, deren Realisierung aber nicht unmittelbar auf der Hand liegt. Ideen, die dem How-Sektor zugeordnet werden, lassen sich nicht direkt umsetzen, sie könnten aber zukünftig – mit mehr Planung und Wissen – umgesetzt werden.
    • Now – also „Jetzt“ – steht für relativ einfache, „normale“, naheliegende Ideen, die leicht umsetzbar sind und mit großer Wahrscheinlichkeit gut funktionieren.
    • Wow – steht für neue, besonders kreative, originelle Ideen, die sich zudem gut verwirklichen lassen. Diese Art von Ideen zu finden, ist besonders erstrebenswert.

    Die Anwendung der How-Now-Wow-Matrix

    Die Anwendung und Nutzung der How-Now-Wow-Matrix ist sehr einfach und intuitiv. Sie folgt unmittelbar auf ein Brainstorming, ein Starbursting, ein Brainwriting oder ein Pre-Mortem:

    • Gruppierung der Ideen: Um einen Überblick zu erhalten, ist es sinnvoll, ähnliche Ideen zusammenzufassen, Duplikate zu streichen und Ausführungen zu eliminieren, die nicht zum Thema passen.
    • Positionierung der Ideen in der Matrix: Hierfür ist es wichtig zu klären, was „Machbarkeit“ oder „Einfachheit der Umsetzung“ bedeuten. Basiert die Einordnung auf Kosten, auf verfügbaren Mitarbeitenden, auf Fähigkeiten? Gleiches gilt für die „Originalität“. Handelt es sich um eine innovative Idee, an die noch nie zuvor gedacht wurde, oder um etwas, das in der Organisation noch nie versucht wurde? Erst im Anschluss an die Begriffsklärungen beginnt die Zuordnung der Ideen in die Kategorien How, Now, Wow. Diese Zuordnung kann begleitet werden durch eine Diskussion über Diskrepanzen, im Fokus sollte aber immer die gemeinsame Einigung auf eine Zuordnung sein.
    • Abstimmung über die Ideen: Alle Teilnehmenden verteilen Punkte (einen oder mehrere je nach Vereinbarung) und bestimmen so, welche Ideen priorisiert werden sollen. In der Summe entsteht ein gemeinsames Bild und eine Reihenfolge zur Umsetzung der ermittelten Ideen.

    Die Dauer einer How-Now-Wow-Session hängt natürlich von der Größe der Gruppe und ggf. auch von der Form der Kollaboration ab (das Format lässt sich bspw. auch online durchlaufen). Der eigentliche Aufwand zur tatsächlichen Umsetzung entsteht allerdings erst in der Folge; für Now- und Wow-Ideen gilt es Umsetzungsschritte zu planen und für How-Ideen fallen unter Umständen weitere Diskussions- und Evaluationsrunden an.

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    Impuls zum Diskutieren:

    Ist es möglich, Ideen – bspw. anhand der genannten Parameter Originalität und Machbarkeit – objektiv zu beurteilen? Und ist diese Objektivität überhaupt wichtig?

    Hinweise:

    In der Matrix gibt es einen „leeren“ Sektor. Dieser ergibt sich, da Organisationen selten unoriginelle, schwer zu verwirklichende Ideen umsetzen wollen. Organisationen könnten diesen Bereich jedoch nutzen, um Vorschläge zu „parken“, die sie nach eingehender Diskussion für nicht umsetzbar halten. Dadurch wirkt der Bereich als Nachweis für Ideen, die in Betracht gezogen wurden.

    Das Kano-Modell, das die Zufriedenheit von Anwendern in Verbindung mit Produkteigenschaften untersucht, kennt auch ein „Wow“. Es steht für Begeisterungsfaktoren, die Kunden zu freiwilligen Markenbotschaftern machen. 

    Hier finden Sie ein englischsprachiges Video über die How-Now-Wow-Matrix.

    Hier finden Sie ergänzende Informationen aus dem t2informatik Blog:

    t2informatik Blog: Entscheidungstechniken für selbstorganisierte Projektteams - Teil 1

    Entscheidungstechniken für selbstorganisierte Projektteams

    t2informatik Blog: Konsens, Konsent oder was?

    Konsens, Konsent oder was?