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Coding Dojo

Das gemeinsame Üben der Softwareentwicklung

Ein Coding Dojo bezeichnet das gemeinsame Trainieren von Techniken und Methoden der Softwareentwicklung, sowie das Kennenlernen von neuen Entwicklungssprachen, Plattformen, Frameworks und Tools. Der Begriff Dojo stammt aus dem Japanischen und steht in der japanischen Kampfkunst für Trainingsraum. In einem Dojo werden Katas – also vorgegebene Abläufe im Kampf mit imaginären Kontrahenten – wiederholt geübt. Übertragen auf die Softwareentwicklung wird daher von Code-Katas und Coding Dojos gesprochen.

Bei einem Coding Dojo geht es darum, miteinander und voneinander zu lernen. Das Üben kann in Form von mehreren Pair Programmings, öffentlich mit allen Teilnehmern, einem Beamer und einer Diskussion, oder als zyklische Entwicklung stattfinden. Das zyklische Entwickeln ist meist sehr beliebt, denn häufig übernehmen Softwareentwickler auch in der Praxis den Code von anderen Entwicklern. Darüber hinaus ist der Ablauf sehr einfach: Ein Paar entwickelt eine Lösung für ein definiertes Problem, während es laut über Ansätze und Lösungswege nachdenkt. Nach jeweils 8-10 Minuten wird immer ein Teil des Paares durch einen anderen Teilnehmer der Gruppe ersetzt. So wird jeder Teilnehmer selbst aktiv und sowohl die allgemeine als auch die individuelle Lernkurve steigt.

Das Coding Dojo folgt einigen grundsätzlichen Regeln bzw. Prinzipien:

  • Zu Beginn des Dojos sollte das Thema, die Aufgabe, das Vorgehen und die Timebox besprochen werden. Daraus ergibt sich, ob jeder Teilnehmer seine eigene Idee zur Lösung der Aufgabe ausprobieren kann oder ob es einen gemeinsamen Ansatz gibt.
  • Die Kommunikation erfolgt auf Augenhöhe. Nicht die perfekte Lösung ist das Ziel, sondern der Weg und die Erkenntnisse auf diesem Weg. Auch ein erfahrener Entwickler kann noch etwas lernen.
  • Katas propagieren alternative Wege zu einem Ziel. Die Offenheit der Teilnehmer für ungewöhnliche Ansätze ist dafür Voraussetzung. Dennoch gilt es überflüssige Codezeilen zu vermeiden.
  • Übung macht den Meister. Das kontinuierliche Wiederholen der Katas und der Coding Dojos perfektioniert die Ausführung. Gleichzeitig fördert es auch den Zusammenhalt im Entwicklungsteam.
  • Ein Moderator, bspw. ein Scrum Master, wird normalerweise nicht benötigt. Sollte es Probleme beim Coding Dojo geben, können diese mit dem Scrum Master in einer Retrospektive thematisiert werden.

Im Internet finden sich leicht viele Beispiele für Katas. Diese Übungen adressieren häufig Studierende oder Berufseinsteiger. Erfahrende Entwickler beschäftigen sich in der Softwareentwicklung bspw. sehr selten mit der Primfaktorzerlegung oder der Darstellung eines Tannenbaums. In der realen Unternehmenspraxis drehen sich Coding Dojos daher oftmals um neue Techniken, Tools und Frameworks und haben somit einen stark explorativen Charakter.

“Das Fachwissen zu Softwarearchitekturen, die Expertise in der Softwareentwicklung und die sehr flexible Arbeitsweise waren ideal für uns.“

„Ich brauche Freiheit und Vertrauen. Und ich möchte Verantwortung übernehmen und dabei Spaß haben!“

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