Was ist Brainwriting?

Wissen kompakt: Brainwriting ist eine nonverbale Kreativitätstechnik zur Ideenfindung, bei der die Teilnehmer Ideen schriftlich dokumentieren, miteinander teilen und individuell weiterentwickeln.

Brainwriting – die leise Kreativitätstechnik

Brainwriting ist eine Kreativitätstechnik zur Ideenfindung bzw. Problemlösung. Im Gegensatz zum Klassiker der Kreativitätstechniken, dem Brainstorming, läuft Brainwriting vollkommen leise ab. Jeder Teilnehmer schreibt seine Ideen zu einem definierten Thema – idealerweise in einer vorab festgelegten Zeit – auf ein Blatt Papier und stellt dieses Papier in einer folgenden Runde einem anderen Teilnehmer zu Verfügung. In dieser und den folgenden Runden hat jeder Teilnehmer die Möglichkeit, weitere eigene Ideen zu beschreiben oder Ideen von anderen Teilnehmern weiterzuentwickeln.

Brainwriting Varianten

Die Verteilung der Ideen variiert je nach verwendeter Variante:

  • Die 6-3-5-Methode ist die wohl bekannteste Brainwriting-Variante. Sie definiert einen festen Ablauf mit 6 Teilnehmern, 3 Ideen pro Teilnehmer und 5 Runden.
  • Beim Brainwriting-Pool werden die Papiere mit den Ideen in die Mitte des Tisches geschoben und jeder Teilnehmer nimmt sich ein Blatt aus diesem Pool, ergänzt es um neue Ideen oder entwickelt vorhandene weiter.
  • Beim Collective Notebook notieren die Teilnehmer Ideen und Gedanken über einige Tage oder Wochen in einem Notizbuch, das zu einem vereinbarten Termin ausgetauscht wird.

Brainwriting Vorteile und Nachteile

Brainwriting bietet eine Reihe von Vorteilen:

  • Das Vorgehen und die Regeln sind leicht zu vermitteln.
  • Durch die nonverbale Ideenfindung – ähnlich wie auch das Braindumping im Team – fördert einen kreativen und offenen Austausch, denn aufgrund der „anonymisierten Ideen“ entfällt die Sorge vor unmittelbarem, negativen Feedback.
  • Auch introvertierte Mitarbeiter werden gefördert, die sich beim Brainstorming häufig gegenüber extrovertierten Mitarbeitern im Nachteil sehen. Fällt einem Teilnehmer bei der 6-3-5 Methode oder dem Brainwriting-Pool keine weitere Idee ein, so bewahrt er Stillschweigen und lässt den anderen Teilnehmern die Möglichkeit, in Ruhe und der gegebenen Zeit, weitere Ideen zu entwickeln.
  • Die Weiterentwicklung von Ideen anderer Teilnehmer wird ermöglicht.
  • Es wird kein Protokolant benötigt, keine Idee geht aufgrund fehlender Dokumentation verloren und die Sorge vor verkürzter und damit verfremdeter Zusammenfassung entfällt.

Manchmal werden auch Nachteile von Brainwriting genannt:

  • mangelnde Spontanität,
  • der Zwang zur konkreten Formulierung und
  • die Möglichkeit von Mehrfachnennungen durch das gleichzeitige, anonyme Niederschreiben von Ideen.

gelten als mögliche Nachteile. Diese Beispiele lassen sich jedoch relativ leicht entkräften, denn Spontanität ist einerseits relativ unabhängig von einem Format, andererseits wird sie evtl. sogar gefördert, da Ideen anderer Teilnehmer gute Impulse für zusätzliche Ideen liefern können. Und das Problem der Mehrfachnennungen ist eigentlich nur in der ersten Rund gegeben und kann damit auch vernächlässigt werden.

Brainwriting Beispiel

Je nach Vorgehensweise folgt im Anschluss an die Ideensammlung eine gemeinsame Diskussion zu den gesammelten Ideen oder eine Aufbereitung der Ergebnisse für ein nachfolgendes Treffen.

Brainwriting Tipps

Hier finden Sie einige einfache Tipps, die beim Brainwriting helfen können:

  • Da sich die Teilnehmenden individuell und in Ruhe Gedanken zu einem definierten Thema machen sollen, ist es wichtig, dass dies grundsätzlich auch möglich ist. Idealerweise sollte also niemand im Nachbarraum eine Bohrmaschine nutzen oder laut Musik hören. Auch tuschelnde Teilnehmende sind kontraproduktiv; bei Bedarf sollte der Moderator entsprechend einwirken.
  • Schwer oder nicht zu lesende Einträge sind hinderlich und sollten vermieden werden. Idealerweise sollte der Moderator bei der Erläuterung der Regeln auf diesen Punkt hinweisen.
  • Ideen in aller Kürze zu formulieren ist eine Fähigkeit. Es empfiehlt sich daher, den Teilnehmenden ausreichend Zeit zur Verfügung zu stellen, die Schwierigkeiten hatten, ihre Idee in wenigen Worten zusammenzufassen.
  • Idealerweise sollten die Kommunikationsregeln, die für den Austausch zwischen den Teilnehmenden gelten im Anschluss an die Ideensammlung durch den Moderator erläutert werden. Ziel sollte es sein, dass der Austausch ähnlich strukturiert vonstattengeht wie die Ideensammlung.

 

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