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6-3-5 Methode

Per Brainwriting gemeinsam schriftlich kreativ

Die 6-3-5 Methode ist die bekannteste Variante eines Brainwritings. Beim Brainwriting geht es um die Entwicklung von Ideen im Team und im Gegensatz zum Brainstorming, der vermutlich bekanntesten Kreativitätstechnik, erfolgt die Ideenfindung schriftlich und damit nonverbal. Die 6-3-5 Methode – auch als Methode 635 oder kurz als 635 bezeichnet – wurde von Bernd Rohrbach, einem deutschen Unternehmensberater, 1986 entworfen. 6 Teilnehmer entwickeln je 3 Ideen in 5 Wechseln – daher der Name der 6-3-5 Methode. Das Setting ist einfach:

  • Jeder der sechs Teilnehmer erhält ein vorbereitetes Blatt mit der Aufgabenstellung und sechs Zeilen mit je drei Spalten, also 18 Feldern.
  • Die erste Runde notiert jeder Teilnehmer in einer vorher festgelegten Zeit in der obersten Zeile bis zu maximal drei Ideen. Da Kreativität nicht auf Knopfdruck funktioniert, ist es auch nicht schlimm, wenn weniger als drei Ideen zusammenkommen.
  • Nach der ersten und jeder weiteren Runde rotieren die Blätter im Uhrzeigersinn solange weiter, bis das eigene Blatt wieder vor einem liegt. Pro Runde werden drei neue oder ergänzende Ideen in der entsprechend nächste Zeile notiert. In der Praxis wird auch häufig anstelle der Rotation der Blätter die Nutzung von Pools – also das Mischen der Blätter in der Mitte des Tischs – praktiziert. Die Anonymität der Ideen und damit die Freiheit der Gedanken ist beim „Brainwriting-Pool“ maximal.

Bei der 6-3-5 Methode entstehen bis zu 108 Ideen. Diese Ideen gilt es am Ende im Team zu diskutieren, gegebenenfalls zu gruppieren und zu bewerten.

635 Methode - 6 Teilnehmer, 3 Ideen pro Runde, 5 Wechsel, 108 Ideen

Tipps zur 6-3-5 Methode

Es gibt eine Reihe von Tipps, die bei der Anwendung der 6-3-5 Methode sinnvoll sind:

  • Die Vorlage zur Dokumentation sollte einheitlich gestaltet / vervielfältig werden.
  • Auf den Blättern sollte niemand seinen Namen notieren. Es handelt sich – im Idealfall – um eine anonyme Methode. Natürlich kann es vorkommen, dass sich die Teilnehmer gut kennen und die unterschiedlichen Schreibstile einzelnen Kollegen zuordnen können. Nichts desto trotz ist es das Ziel eine gemeinsame Ideenfindung und die Bewertung der Ideen unabhängig vom Autor.
  • Es sollten einheitliche Stifte mit identischen Farben verwendet werden.
  • In späteren Runden kann das Finden von Ideen etwas länger als zu Beginn des Brainwritings dauern. Hier obliegt es dem Moderator, evtl. etwas mehr Zeit zur Verfügung zu stellen.

Die Meinungen gehen auseinander, ob auch zusätzliche Blätter für weitere Ideen zur Verfügung gestellt werden sollten. Das Pro-Argument lautet: je mehr Ideen, desto besser. Das Contra-Argument lautet: Schafft es eine Idee nicht in die eigenen „Top 18“ (6 Runden a 3 Ideen pro Person), dann ist es die Idee auch nicht wert, sich mit ihr auseinanderzusetzen. Wichtig ist es, eine entsprechende Vorgehensweise von Anfang an zu besprechen. Entstehen im gemeinsamen Austausch nach den 6 Runden weitere Ideen, werden diese meistens mit in die Beurteilung aufgenommen.

Hinweis:

Eine Meinung zu Brainwriting im Vergleich zu Brainstorming und Braindumping finden Sie hier »

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