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Anforderungskatalog

Eine Liste von Anforderungen als Teil des Lastenhefts

Ein Anforderungskatalog ist eine Auflistung von Anforderungen, durch die ein angestrebtes Projektziel erreicht werden soll. Idealerweise handelt es sich um eine strukturierte und priorisierte Liste von Anforderungen an eine Software oder ein System, wobei die Anforderungen eindeutig definiert, vollständig und verständlich beschrieben, atomar, identifizierbar, einheitlich dokumentiert, nachprüfbar und konsistent sein sollten.

Oftmals werden die Begriffe Anforderungskatalog und Lastenheft synonym verwendet, korrekter wäre es aber, den Anforderungskatalog als Input für das Lastenheft zu verstehen. Im Zuge der Bedarfsanalyse wird ermittelt, welche Funktionen eine zu entwickelnde Software oder ein zu entwickelndes System bereitstellen muss. Dieser Katalog fließt in das Lastenheft, das darüber hinaus die Rahmenbedingungen innerhalb der Entwicklung oder des Projekts umfasst. Es gilt als Grundlage für die Realisierung durch einen Auftragnehmer. Darauf basierend formuliert dieser ein Pflichtenheft und somit den Plan zur Umsetzung der Lasten. Das Pflichtenheft bildet die Grundlage für den Vertragsabschluss zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer.

Anforderungskatalog und Anforderungsliste

Neben der synonymen Verwendung von Anforderungskatalog und Lastenheft wird in der Praxis oftmals auch die Anforderungsliste bedeutungsgleich verwendet. Wenn sowohl der Katalog als auch die Liste Anforderungen strukturiert darstellen, wo liegt der Unterschied zwischen den beiden Begriffen?

Oft wird die Anforderungsliste erst zu Beginn der Entwicklungstätigkeit – auf Basis des Pflichtenhefts – erstellt. Die Anforderungsliste wird damit ein Hilfsmittel für die Suche von Lösungen und zur Detaillierung und Bewertung möglicher Konzepte. Zumindest theoretisch könnte sie damit auch – zusätzlich zum Pflichtenheft – zu einem Vertragsbestandteil zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer werden. 

Anforderungskatalog als Teil des Lastenhefts

Inhalte des Anforderungskatalogs

Es gibt verschiedene Empfehlungen, wie ein Anforderungskatalog strukturiert werden sollte. Bspw. könnten

  • funktionale Anforderungen und nicht funktionale Anforderungen wie z.B. Benutzbarkeit, Zuverlässigkeit, Änderbarkeit etc.,
  • Schnittstellenanforderungen und Interoperabilitätsanforderungen,
  • Anforderungen an die Wartbarkeit und Dokumentation,
  • sowie Sicherheitsanforderungen

beschrieben werden. Ob Rahmenbedingungen wie bspw. die Einsatzumgebung und der Systemkontext bereits im Anforderungskatalog oder „erst“ im Lastenheft dokumentiert werden, ist an sich sekundär. Das Ist-Konzept und auch das Soll-Konzept, die Systemarchitektur und die Abnahmekriterien werden üblicherweise im Lastenheft festgehalten.

In Bezug auf die Priorisierung der Anforderungen im Anforderungskatalog gibt es verschiedene Möglichkeiten wie z.B. die MoSCoW-Methode, den paarweisen Vergleich von Anforderungen, oder die Verwendung von eindeutigen und einmaligen Prioritäten.

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