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V-Modell

Vorgehensmodell für IT-Entwicklungsprojekte

Das V-Modell ist ein Vorgehensmodell für IT-Entwicklungsprojekte und als Marke der Bundesrepublik Deutschland eingetragen. Das „V“ steht nicht für „Vorgehen“ sondern visualisiert eine Gegenüberstellung von Validation und Verifikation im Zuge einer Entwicklung. Damit stellt es zwei wichtige Fragen:

  • Validation: Machen wir die richtige Arbeit?
  • Verifikation: Machen wir die Arbeit richtig?

Das besondere am V-Modell ist, dass es eine Entwicklung aus technischer und funktionaler Sicht betrachtet und Qualitätssicherungsmaßnahmen definiert. Je nach Typ der Entwicklung umfasst das V-Modell mehr oder weniger Phasen. Auf der linken Seite des „V“ steht

  • die Anforderungsdefinition, in der Nutzungsanforderungen bzw. Stakeholder-Anforderungen beschrieben werden,
  • der funktionale Systementwurf mit der Definition von Systemanforderungen, dokumentiert bspw. als Systems Requirements Specification,
  • der technische Systementwurf mit der Systemarchitektur als Umsetzung der Systemanforderungen
  • und die Komponentenspezifikation.

Danach folgt die Programmierung bzw. Implementierung am Fuße des „V“, die dann in die rechte Seite des „V“ mündet. Dort findet sich

  • der Komponententest (gegenüber von der Komponentenspezifikation),
  • der Integrationstest (gegenüber vom technischen Systementwurf),
  • der Systemtest (gegenüber dem funktionalen Systementwurf)
  • und der Abnahmetest bzw. Akzeptanztest (gegenüber der Anforderungsdefinition).

Beim V-Modell wird also in den Testphasen (rechte Seite des „V“) gegen die Spezifikationen (linke Seite des „V“) getestet. Auch eine Rückkoppelung zwischen den einzelnen Phasen ist im V-Modell – das erstmals von Barry W. Boehm, einem US-amerikanischem Softwareingenieur, in den Guidelines for Verifying and Validating Software Requirements and Design Specifiations im Jahr 1979 beschrieben wurde – möglich. Im Gegensatz zu einem Wasserfall-Modell fordert es aber bereits frühzeitig – bspw. bei der Definition der Anforderungen oder dem Architekturentwurf – die Spezifikation von entsprechenden Tests. In Deutschland ist das V-Modell in seiner aktuellen Ausprägung als sogenanntes V-Modell XT, Version 2.2 als verbindliches Vorgehensmodell für Bundesbehörden festgelegt.

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