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V-Modell XT Bund

Die Erweiterung des V-Modell XT für Behörden

Das V-Modell XT Bund ist eine auf die Bedürfnisse von deutschen Behörden angepasste Erweiterung des V-Modell XT. Es wurde in Zusammenarbeit mit Fachleuten aus verschiedenen Bundesbehörden von der Bundesstelle für Informationstechnik des Bundesverwaltungsamtes als Standard erarbeitet. Derzeit ist Version 2.1, die im November 2017 veröffentlicht wurde, aktuell.

Das V-Modell XT Bund berücksichtigt Begriffe und Besonderheiten von IT-Projekten in Bundesbehörden. Standards wie das Fachkonzept zur Wirtschaftlichkeitsbetrachtung (WiBe), mit dem sich Aussagen zur Wirtschaftlichkeit von IT-Maßnahmen treffen lassen, die Unterlagen für Ausschreibung und Bewertung von IT-Leistungen (UfAB), die S-O-S-Methode und der BSI-Grundschutz wurden integriert. Im Gegensatz zum V-Modell XT ist das V-Modell XT Bund für deutsche Bundesbehörden nicht verpflichtend, sondern lediglich eine Empfehlung. U.a. gibt es folgende Unterschiede zwischen dem V-Modell XT und dem V-Modell XT Bund:

  • Mit dem Systementwicklungsprojekt (AG) und dem Systementwicklungsprojekt (AG/AN) gibt es lediglich zwei anstelle von vier Projekttypen. Das V-Modell XT Bund konzentriert sich also auf die für Bundesbehörden relevante Durchführung von Auftraggeber-Projekten und die Eigenentwicklung von Softwaresystemen. Die Durchführung reiner Auftragnehmer-Projekte überlässt es dem allgemeinen V-Modell XT.
  • Die Vorgehensbausteine „Vertragsabschluss (AN)“, „Logistikkonzeption“ und „HW-Entwicklung“ wurden gestrichen. Die Entwicklung von Hardware (Elektronik, Mechanik, eingebettete Systeme) wird vom V-Modell XT Bund nicht adressiert.
  • Der Vorgehensbaustein „Kaufmännisches Projektmanagement“ wurde durch „Wirtschaftlichkeitsbetrachtung“ ersetzt.
  • Die Vorgehensbausteine „Sicherheit“ und „Sicherheit (AN) wurden durch „Betriebsübergabe“, „IT-Sicherheit“ und „Datenschutz“ ersetzt.
  • Dokumentvorlagen mit vordefinierten Texten wurden im Corporate Design des Bundes gestaltet.

Grundsätzlich ist das V-Modell XT Bund im Vergleich zum allgemeinen V-Modell XT deutlich komprimierter. Das Tailoring wird durch die Ausrichtung auf Behörden einfacher. Zusätzlich lassen sich durch die Integration bekannter Begriffe und Verfahren Projektrisiken minimieren, die Kommunikation verbessern, die Qualität der Ergebnisse sicherstellen und gleichzeitig Bundesstandards einhalten.

Hinweis:

Die offizielle Dokumentation des V-Modell XT Bund finden Sie hier  »

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