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Upgrade

Was ist ein Upgrade, welche Beispiele gibt es und wozu wird es genutzt?

Die verbesserte, höherwertige Version eines Produkts oder einer Dienstleistung

Unternehmen entwickeln Produkte kontinuierlich weiter oder bieten Produkte und Dienstleistungen in unterschiedlichen Ausbaustufen bzw. Kategorien an. Ein Upgrade bezeichnet eine neue, verbesserte, höherwertige Version eines Produkts oder einer Dienstleistung, die Kunden zur Verfügung gestellt oder Interessenten angeboten werden. Es bietet Anwendern idealerweise zusätzliche Optionen und somit neue Vorteile.

Für den englischen Begriff Upgrade gibt es zahlreiche Übersetzungen. Als Verb steht to upgrade unter anderem für aufrüsten, nachrüsten, hochrüsten, etwas aktualisieren, etwas aufwerten, erweitern, ausbauen, höherstufen, mit einer Ausbaustufe versehen, das Rating anheben, etwas besser oder höher bewerten, etc. Und als Substantiv steht Upgrade unter anderem für Aktualisierung, Aufrüstung, Nachrüstung, Hochstufung, Auffrischung, Steigung, Verbesserung usw.

Besonders „Aktualisierung“ fällt hier ins Auge, denn oftmals wird die Aktualisierung als wesentlicher Unterschied zwischen einem Upgrade und einem Update angeführt. Eine Unterscheidung zwischen den beiden Begriffen finden Sie hier.

Upgrades bei Software und Hardware

Im Kontext von Software und Hardware wird häufig von Upgrades gesprochen. Ein Upgrade bei einer Software – bei allen Feinheiten und Unterschieden zum Software-Update – bezeichnet die aufwertende Aktualisierung eines vorhandenen Programms. Als Aufwertung gilt

  • die Bereitstellung bzw. Installation eines neuen Major-Releases,
  • der Umstieg von einer kostenlosen Trial Edition zu einer kostenpflichtigen Professional Edition, zu beobachten bspw. bei Virenscannern oder Computerspielen,
  • die Erweiterung einer Basiskonfiguration einer Software durch den Erwerb weiterer Software-Module oder -Komponenten,
  • die Inbetriebnahme eines neuen Betriebssystems, also bspw. der Umstieg von Windows 7 auf Windows 10,
  • das Auslassen bzw. Überspringen von Softwareversionen in Verbindung mit der Installation der aktuellen Version (Version 1.0 ist installiert, 1.1. 1.2 und 1.3 wurden nicht installiert, Version 1.4 wird installiert).

Das Überspringen von Softwareversionen könnte man auch als Update verstehen; hier variieren die Meinungen. Ähnlich verhält es sich auch beim Apple Betriebssystem: Beim Mac OS X firmierte die erste Hauptversion 10.0 unter dem Namen Cheetah, 10.1 unter dem Namen Puma. Da es keine Änderung der Hauptversionsnummer gab, müsste es sich nach „traditioneller“ Lesart also um ein Update handeln; inhaltlich handelte es sich aber um aufwertende Verbesserungen, also doch um ein Upgrade. Oder?

Upgrades - vier Beispiele

Auch bei Hardware gibt es Upgrades, bspw. wenn

  • einzelne Komponenten wie der Prozessor durch leistungsstärkere Varianten ersetzt,
  • zusätzliche Komponenten wie Speicherbausteine genutzt oder
  • gänzlich neue, verbesserte Versionen eines Produkts – ein MacBook Air anstelle eines MacBook Pro oder eines MacBook – erworben

werden.

Voraussetzung bei Software-Upgrades

Nur weil ein Hersteller ein Software-Upgrade zur Verfügung stellt, heißt das nicht automatisch, dass es direkt im Unternehmensnetzwerk bzw. auf den Rechnern des Kunden installiert wird. Dies kann u.a. daran liegen, dass

  • ein unternehmensweites Rollout bei Client-Server-Architekturen aufwendig sein kann.
  • die neue Version vor Inbetriebnahme u.a. auf Fehler getestet wird.
  • die Kompartibilität mit vorhandenen Systemen und ihren Schnittstellen, oder auch mit älteren Versionsständen sowie mit vorhandenen Daten sichergestellt wird.
  • ein internes Whitelisting benötigt wird.
  • ggf. der Bedarf an den Neuerungen, die normalerweise im Changelog beschrieben sind, intern geklärt wird.
  • ein Schulungsaufwand für die Anwendung der Neuerungen geschätzt und budgetiert wird.

Bei gehosteten Services und browserbasierten Applikationen entfallen einige dieser Voraussetzungen.

Weitere Beispiele für Upgrades

Es gibt viele weitere Beispiele „aus dem Leben“ für Upgrades:

  • Hotels bieten größere Zimmer bei gleichen Preisen für regelmäßige Gäste an.
  • Airlines schenken Passagieren Flüge in der Business Class, wenn entsprechende Plätze nicht verkauft wurden. Das wird auch gerne als Operational Upgrade bezeichnet.
  • Autovermietungen stellen Fahrzeuge aus „höheren“ Kategorien (oftmals auf persönliche Nachfrage) zur Verfügung.
  • Bahnunternehmen bieten 1.Klasse-Tickets bei frühzeitigen Reisebuchungen ohne Aufpreis an.
  • Pay-TV Anbieter bündeln das Sport-Paket mit dem Film-Paket.
  • Mobilfunkunternehmen erweitern vorhandene Verträge mit zusätzlichen Optionen wie 300 kostenfreie SMS.

Kundengewinnung und Kundenbindung durch Upgrades

Upgrades sind in Unternehmen ein beliebtes Mittel zur Kundenbindung und auch zur Kundengewinnung. Erhält ein Kunde eine höherwertige Version eines Produkts, stehen ihm idealerweise neue Möglichkeiten zur Verfügung. Sein Nutzen steigt. Doch auch Interessenten profitieren von Upgrades, denn sie erfahren durch das Upgrade eine besondere Betreuung, eine wohlwollende Geste, ein Geschenk. Dies kann dazu beitragen, dass aus Interessenten Kunden werden, die vielleicht sogar in der Folge Werbung für das Unternehmen, das Produkt oder die Dienstleistung machen, und weitere Kunden akquirieren.

Grundsätzlich kann ein Upgrade kostenlos – siehe die oben genannten Beispiele – oder kostenpflichtig sein. Bei kostenpflichtigen Upgrades gibt es zwei typische Varianten:

  1. Der Kunde interessiert sich für eine höhere Produkt- oder Dienstleistungskategorie und bezahlt einen dafür fälligen Betrag.
  2. Der Kunde hat mit einem Dienstleister einen Pflege- und Servicevertrag abgeschlossen, der Ugprades in einem definierten Zeitraum inkludiert. Das heißt, Upgrades werden nicht zwar separat bepreist, dennoch sind sie nicht kostenlos.

 

Hinweis:

Das Gegenteil von einem Upgrade ist ein sogenanntes Downgrade.

 

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