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Shelfware

Unbenutzte oder unbenutzbare Software

Als Shelfware wird umgangssprachlich Software bezeichnet, die nicht benutzt wird oder unbenutzbar ist, und demzufolge im Shelf – auf Deutsch im Regal – lagert. Es gibt verschiedene Gründe, wie aus einer Software eine  Shelfware wird:

  • Die Organisation hat bei der Softwarebeschaffung oder der Softwareimplementierung Fehler gemacht. So kann es sein, dass beim Prozess der Softwareauswahl wichtige Stakeholder ignoriert wurden, oder bei der Softwareeinführung nur wenig oder gar keine Zeit zur Schulung der Anwender eingeplant wurde. Auch Software, die zu viele unnötige Funktionen bereitstellt – eine sogenannte Bloatware – wird oftmals von Anwendern gemieden. In anderen Worten: es mangelt an Softwareakzeptanz.
  • Die Software funktioniert nicht mit vorhandenen Programmen, da bei der Anforderungsermittlung notwendige Schnittstellen übersehen wurden. 
  • Die Implementierung der Software ist so aufwändig, dass das Projekt aus Kosten- und Zeitgründen abgebrochen wird.
  • Die Software wird in einer Menge angeschafft, die im täglichen Arbeiten nicht nötig ist. Dies geschieht oft, wenn das Einsatzszenario zu positiv beurteilt wird oder der Lieferant größere Nachlässe bei höherer Stückzahl anbietet.
  • Anwender verweigern sich der Software, da sie keinen persönlichen Vorteil in der Verwendung sehen, sie mit einer vorhandenen Lösung zufrieden sind oder sie Sorgen und Ängste in Bezug auf die neue Software haben.

Da heutzutage viele Softwarepakete online heruntergeladen oder automatisiert im Netzwerk verteilt werden, ist die sprachliche Grundlage für den Begriff Shelfware nicht sehr aktuell. Software wird nicht mehr auf CDs oder gar Disketten ausgeliefert, somit kann sie als solches auch nicht im Regal liegen. Unabhängig davon, sollten Unternehmen natürlich versuchen, Software zu kaufen oder zu entwickeln, die den Bedürfnissen der Anwender gerecht wird. Gelingt dies, bleibt Shelfware nur ein theoretischer Begriff.

 

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