Review

Was ist ein Review, welche unternehmensinterne Beispiele gibt es und welche Ziele werden verfolgt?

Wissen kompakt: Ein Review bezeichnet in Unternehmen meist die Prüfung von Abläufen, Entwicklungsphasen, Arbeitsmitteln, Arbeitsergebnissen oder Produkten.

Review – ein Begriff, viele Bedeutungen

Review ist ein Begriff mit vielen unterschiedlichen Bedeutungen und Anwendungssituationen. Es kann

  • ein Rückblick oder Überblick,
  • eine Prüfung bzw. Überprüfung oder Nachprüfung,
  • ein Bericht,
  • eine Besprechung,
  • eine Bewertung bzw. Rezension,
  • eine Kritik,
  • eine Untersuchung,
  • eine Rundschau oder
  • eine Einschätzung

sein.¹

Review - die Prüfung von Abläufen, Entwicklungsphasen, Arbeitsmitteln, Arbeitsergebnissen oder Produkten

Genutzt wird der Begriff u.a. bei Produktentwicklungen und Produktbewertungen, im Projektmanagement, im Journalismus, in der Literatur, in der Bildung, der Medizintechnik oder beim Militär. Unternehmensinterne Reviews beziehen sich auf die Prüfung von Abläufen, Entwicklungsphasen, Arbeitsmitteln, Arbeitsergebnissen oder Produkten.

Beispiele für unternehmensinterne Reviews

In Unternehmen gibt  es verschiedene Disziplinen und Bereiche, in denen Reviews üblich sind. Hier einige Beispiele:

  • Ein Code Review ist eine systematische Untersuchung von Quellcode mit dem Ziel, Fehler und Mängel im Code zu finden und/oder die Qualität des Codes und damit der Software zu verbessern. Damit handelt es sich um eine Maßnahme zur Qualitätssicherung der Softwareentwicklung.
  • Ein Sprint Review ist ein Treffen des Scrum Teams mit wichtigen Stakeholdern am Ende eines Sprints zur Begutachtung der erledigten Arbeit in Bezug auf das gesteckte Sprint-Ziel.
  • Ein After Action Review ist ein Austausch von Beteiligten nach einer Aktion mit dem Ziel, diese Aktion zu reflektieren, um zukünftige Aktionen noch „besser“ durchzuführen.
  • Ein Projektreview eine Nachbetrachtung einer abgeschlossenen Projektphase oder eines abgeschlossenen Projekts. Ziel ist es, aus der Vergangenheit zu lernen, um Projekte zukünftig noch besser zu gestalten.
  • Ein Produktreview ist eine Bewertung eines Produkts und dient der Feststellung von Mängeln, Fehlern, Inkonsistenzen und Optimierungsmöglichkeiten. Als Instrument wird es sowohl in der Produktentwicklung als auch im Produktmarketing genutzt.

Reviews beziehen sich damit meist auf das Vorgehen (bspw. Prozesse, Workflows oder Tools), die Zusammenarbeit der Beteiligten (Interaktionen und Individuen), die Arbeitsmittel (Spezifikationen, Lastenhefte, Anwenderhandbücher etc.) oder die Arbeitsergebnisse (Inkremente und Produkte).

Ziele von Reviews

Es gibt auch eine Reihe von Zielen bei Reviews, wobei diese vom Review-Objekt abhängen:

  • Die punktuelle, kurzfristige und kontinuierliche Steigerung von Qualität in Bezug auf die Zusammenarbeit der Beteiligten, das konkrete Vorgehen, die verwendeten Arbeitsmittel und die realisierten Arbeitsergebnisse.
  • Die Feststellung eines Status als Ausweis einer definierte Produktqualität oder Prozessqualität. Häufig findet diese Feststellung als formelles Review in Form von Audits statt, wobei ein Zertifikat die Qualität bestätigt.
  • Der informelle Austausch zwischen Teammitgliedern im Laufe einer Produktentwicklung bspw. mittels Walkthroughs oder Peer-Reviews.

 

Ablauf von Reviews

Der Ablauf eines Reviews lässt sich in vier oder fünf Phasen gliedern:

  • In der Vorbereitung werden administrative Aufgaben – die Auswahl der Teilnehmenden, die Terminierung, die Dauer und der Ort des Austauschs, die Klärung der konkreten Ziele sowie die Informationssammlung – durchgeführt. Manche Publikationen verordnen die Informationssammlung als gemeinsame Aktivität im Zuge der Besprechung. Wichtig ist, dass Organisationen die für sie am besten geeignete Vorgehensweise identifizieren.
  • Nach der Begrüßung der Teilnehmenden durch den Moderator, einer möglichen Vorstellungsrunde, der Benennung der konkreten Ziele, der Erläuterung der Agenda und der Nennung der Timebox folgt die Präsentation von Informationen, Arbeitsergebnissen, Inkrementen, Impediments etc. Auch hier gilt es eine Vorgehensweise zu etablieren, die zur Organisation und dem Zweck des Austauschs passt. Handelt es sich bspw. um eine Abnahme mit Stakeholdern, ergibt es vermutlich viel Sinn, neue Funktionen oder Features am Produkt und nicht nur per PowerPoint-Folien zu demonstrieren.
  • Es folgt die Besprechung und Bewertung der präsentierten Informationen. In dieser Phase wird der Moderator üblicherweise besonders aktiv: Es gilt ein gemeinsame Einschätzung zu entwickeln, einen Austausch auf Augenhöhe zu fördern, verschiedene Perspektiven zu betrachten und gemeinsam Erkenntnisse zu gewinnen. Diese Erkenntnisse sind die Basis zur Definition möglicher Maßnahmen.
  • Zum Schluss folgt die Definition und Priorisierung von Maßnahmen, die Festlegung der nächsten Tätigkeiten und die Dokumentation der Vereinbarungen.

Die Dokumentation der Vereinbarungen wird in der Praxis oftmals etwas vernachlässigt, sie ist aber wesentlich für eine mögliche 5. Phase: den Abgleich der Vereinbarungen zu Beginn des nächsten Reviews.

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Impuls zum Diskutieren:

Ist ein Review ein Hilfsmittel zur Feststellung eines Status quo oder ein verkapptes Planungsmittel?

Hinweise:

[1] Übersetzungen und Synomyme

Hier finden Sie einen Erfahrungsbericht über die Durchführung eines Sprint Reviews in Large-Scale Scrum (LeSS).

Und hier finden Sie ergänzende Informationen aus unserer Rubrik Wissen kompakt:

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