OKR – Objectives & Key Results

Was sind OKR, wie werden sie formuliert und welche Zeremonien sind am wichtigsten?

OKR – Ein Framework zur Strategieumsetzung

Objectives & Key Results (OKR) sind ein Framework zur Strategieumsetzung und modernen Mitarbeiterführung. Die Grundlage bilden qualitative Ziele (Objectives) und messbare Kernergebnisse (Key Results). OKR zeichnen sich durch kurzfristige Planungszyklen, Limitierung der Ziele sowie eigenständige Zielbildung auf Teamebene mit Ausrichtung auf Unternehmensziele aus. Mit diesen Eigenschaften unterstützten sie die Ausweitung agiler Prinzipien in der ganzen Organisation, obwohl OKR selbst kein agiles Zielsystem sind.

Woher kommt die Idee zu OKR?

Die Idee zu Objectives & Key Results wurde bereits Anfang der 70er Jahre von Andy Groove,¹ dem Mitbegründer der Firma Intel, entwickelt. Richtig bekannt wurden OKR durch die Fa. Google, die das Framework seit ihrer Unternehmensgründung durchgängig nutzt.² In den letzten Jahren werden sie in Deutschland zunehmend populärer. So arbeiten bekannte Unternehmen wie u. a. Telekom, Bayer und Zalando mit ihnen. 

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Wie werden Objectives & Key Results formuliert?

Ziele setzen sich in Objectives & Key Results aus zwei Komponenten zusammen:

  • Objectives (Zielbeschreibungen) sind kurz und präzisierte formulierte inspirierende Beschreibungen eines gewünschten Zielzustandes.
  • Key Results (Kernergebnisse oder Schlüsselresultate) sind Metriken, die sowohl Fortschritt als auch Zielerreichung messbar machen. Pro Objective formulieren Sie in der Regel zwischen 2 bis 5 Key Results.

Bei der Formulierung von OKR gibt es einen entscheidenden Denkansatz: Jedes OKR ist eine Beschreibung einer Lösung, einer wirksamen Verbesserung oder eines beeindruckenden Ergebnisses. Oder anders gesagt: Objectives & Key Results sind vom Kunden oder Markt her gedachte, messbare Wirkungsziele.

Das folgende OKR wurde von YouTube im Jahr 2016 entwickelt und vereinigt alle Eigenschaften einer guten Formulierung. Sie ist präzise, motivierend und wahrhaft ambitioniert!

  • Objective: „Wir werden Marktführer im Segment der freien Streaming-Videos.“
  • Key Result: „Wir erzielen 1 Milliarde Stunden Betrachtungszeit für Videos pro Tag.“

 

Ohne Zielbild keine OKR

OKR sind ein Framework zur Umsetzung einer Strategie. Für den wirkungsvollen Einsatz von Objectives & Key Results ist die Existenz eines klaren Zielbildes, also einer Mission und/oder Vision für die Organisation oder ein Produkt sehr wichtig.

  • Eine Mission ist die dauerhafte und langfristige Aufgabe, die die Existenz der Organisation oder eines Produktes rechtfertigt.
  • Eine Vision ist ein ambitioniertes und klares Zukunftsbild, das beschreibt, wo die Organisation oder ein Produkt in den nächsten Jahren stehen möchte.

Eine wichtige Frage bei der Formulierung lautet daher:

„Welches Problem müssen wir lösen, um unserer Vision nachhaltig näher zu kommen?“

Ein Beispiel für ein schönes Mission-Statement ist auf der Webseite von Nike zu finden:³

„Wir bringen jedem Athleten* Inspiration und Innovation zu jedem Athleten auf der Welt. Übrigens, falls du einen Körper hast, dann bist du auch ein Athlet*.“

Die Kadenz der Organisation

Eine große Errungenschaft im Denken, die ursprünglich aus dem Lean-Management kommt, ist der Puls oder Herzschlag eines Unternehmens. In dieser Vorstellung entsteht ein stetiger Wertefluss durch einen Entscheidungs- und Arbeitsrhythmus.

Ein schöner dazu passender Begriff ist die Kadenz aus der Musiklehre, die eine harmonische Akkordfolge beschreibt und sich interessanterweise auf die Organisationsentwicklung übersetzen lässt.

Aus der agilen Arbeit heraus, kennen wir die Kadenz in Form eines Scrum-Zyklus, mit seinem Aufschlag im Planning, dem täglichen Daily Standup und dem Schlussakkord durch Review und Retrospektive.

Dieser Rhythmus lässt sich auf das ganze Unternehmen übertragen, denn auch Planungen und Strategieumsetzung können einer Kadenz folgen. Das Framework Objectives & Key Results unterstützt diesen Herzschlag im Unternehmen mit seinem regelmäßigen OKR-Zyklus.

Der OKR-Zyklus

Das Schaubild zeigt den vollständigen OKR-Zyklus. Bei Objectives & Key Results wird zwischen der Strategieentwicklung (links) und dem eigentlichen OKR-Zyklus (rechts), der üblicherweise in einer Frequenz zwischen 3 – 4 Monaten verläuft, unterschieden.

OKR-Zyklus - Strategieentwicklung und Ablauf

Die wichtigsten Zeremonien im OKR-Zyklus sind:

  • OKR Planung – Die gemeinsame Erarbeitung der Ziele für den nächsten Zyklus. Die OKR-Planung wird zunächst auf Unternehmensebene und danach auf der Teamebene durchgeführt. Die OKR-Planung auf Teamebene erfolgt selbstorganisiert.
  • OKR Alignment – Abgleich aller Ziele der Organisation.
  • OKR Check-Ins – Regelmäßige Bewertung des Fortschritts auf der Unternehmens- und Teamebene, üblicherweise einmal pro Woche.
  • OKR Review – Bewertung der Zielerreichung im abgeschlossenen Zyklus.
  • OKR Retrospektive – Reflektion der Arbeitsweise im abgeschlossenen Zyklus.

Der OKR Coach fördert und begleitet den Prozess auf Unternehmensebene. Die im Unternehmen formulierten OKR sind für alle Mitarbeiter sichtbar in einem gemeinsamen OKR-Backlog zusammengefasst.

Welcher Nutzen entsteht durch OKR?

Der Nutzen durch den Einsatz von OKR lässt sich aus den 6 Prinzipien für Objectives & Key Results ableiten:

  • Sie fokussieren eine Organisation auf gemeinsame Wirkungsziele.
  • Sie schaffen Transparenz über alle Ziele der Organisation.
  • Sie ermöglichen validierbare Experimente zur Veränderung auf Basis von Daten.
  • Sie fördern Eigenverantwortung in den Teams durch selbstorganisierte Teamziele.
  • Sie ermöglichen Moonshot-Ziele und das Denken „out of the box“ für Innovation und erhebliche Verbesserung in der Organisation.
  • Sie fördern das kritische Denken in der gesamten Organisation durch konsequentes Prüfen der Wirksamkeit von Entscheidungen.

 

Tipps für den Start mit OKR

Mit diesen 7 Tipps gelingt Ihnen der Start mit Objectives & Key Results:

  1. Stellen Sie sicher, dass Sie vor Einführung von OKRs ein klares Zielbild und eine Strategie haben.
  2. Fangen Sie klein an, bevor Sie OKR im gesamten Unternehmen ausrollen. Ein guter Startpunkt ist das Führungsteam.
  3. Starten Sie auf Unternehmensebene mit einem OKR.
  4. Laden Sie ihre Mitarbeiter und Experten zur Zielentwicklung ein.
  5. Denken Sie an das Spiel und nicht an den Sieg! Jeder Tag zählt bei der Zielerreichung.
  6. Feiern Sie von Anfang an Erfolge!
  7. Lassen Sie sich bei der Einführung idealerweise von einem erfahrenen OKR Coach begleiten.

 

Welche Risiken gibt es bei OKR?

Die Nutzung von Objectives & Key Results sind mit großen Chancen aber auch mit Risiken behaftet. Ohne ernsthafte Unterstützung aus der Führungsebene heraus, wird die Einführung von OKR nicht gelingen. Uninspirierte oder gar falsche Ziele sind gefährlich. Eine Einführung ohne Change-Management erhöht die Gefahr eines Fehlschlages dramatisch. Da das Framework die gesamte Organisation betrifft, ist die Begleitung durch einen erfahrenen OKR-Coach im Einführungsprozess zu empfehlen.

Warum funktionieren OKR?

OKR funktionieren. Sie funktionieren, weil sie

  • die Fokussierung und Bündelung ihrer organisationalen Energie erlauben.
  • Selbstorganisation und agile Arbeitsweisen fördern.
  • eine Kultur von Leadership fördern: Durch Rahmen und Richtung!

Und ein letztes Zitat von André Claaßen: „Seien Sie mutig, begeben Sie sich auf eine Reise zu einer agileren und anpassungsfähigeren Organisation. Ihnen stehen lehrreiche, interessante und erfolgreiche Zeiten bevor.“

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Impuls zum Diskutieren:

OKR funktionieren nur, wenn das Management dahinter steht, sie aber nicht Top-down vorgibt.

Hinweise:

[1] Andy Groove erklärt OKR in einem Video (2:26 min)
[2] Google erklärt das Arbeiten mit OKR (1:22 Std.)
[3] Mission Statement von Nike

Interessieren Sie sich für einen OKR Podcast? Dann hören Sie gerne hier rein.


Hier finden Sie ergänzende Informationen aus unserem Blog:

t2informatik Blog: Die 5 Mythen zum agilen Zielsystem OKR

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t2informatik Blog: Wer braucht schon langfristige Ziele?

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t2informatik Blog: Strategisches Scope-Management

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