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Good Practice

Durch Erfahrung besser werden

Organisationen suchen häufig nach Best Practices, um Aufgaben optimal zu lösen. Sie befinden sich im Wettbewerb und versuchen Herausforderungen möglichst effizient und effektiv zu meistern. Best Practices implizieren jedoch, dass die Vorgehensweise der beste und damit einzige Weg zur Lösung einer Herausforderung ist – und das ist schlichtweg falsch. Seit einiger Zeit verwenden daher immer mehr Organisationen den Begriff Good Practice. Good Practices sind positive Erfahrungen, die eine Organisation in einer konkreten Situation mit einer bestimmten Vorgehensweise bzw. Lösung gemacht hat.

Organisationen lernen idealerweise aus ihren Erfahrungen und verbessern daraufhin ihre Abläufe, Methoden oder Prozesse. Good Practices implizieren, dass

  • eine Vorgehensweise oder eine Tätigkeit gut geeignet sein kann, um eine Aufgabe zu lösen.
  • es mehr als einen Weg zur Lösung einer Aufgabe geben kann.
  • auch bessere Optionen für die Lösung einer Aufgabe existieren können.
  • Erfahrungen und Lessons Learned nützlich sind, aber nicht ohne Prüfung 1:1 für ein konkretes Problem genutzt werden sollten.

Im Internet kursieren für unendlich viele Fragestellungen unendliche viele Empfehlungen. „Die 5 besten Tipps für …“, „Mit diesen 8 Schritten zum Erfolg“ oder „So steigern Sie die Conversion Ihrer Website“ – es gibt zahlreiche Beispiele für diese Art von Empfehlungen. Oftmals halten sie aber nicht das, was sie vollmundig versprechen. Ein wesentlicher Grund dafür liegt in der individuellen Situation, in der sich Menschen, Organisation, Unternehmen befinden. Good Practices transportieren diese Individualität mit Sätzen wie

  • „In folgender Situation hat uns Folgendes geholfen …“
  • „Probieren Sie diese Schritte …“
  • „Versuchen Sie diese drei Punkte …“

Good Practices stellen also im Gegensatz zu Best Practices kein Versprechen in den Raum, dass durch die Anwendung fortan alles wie von Zauberhand funktioniert. Good Practices betonen „KANN“ und nicht „MUSS“. Sie stellen eine Hilfe auf dem Weg zu einer Lösung dar, sie sind nicht die Lösung und sie sind keine Blaupause.

Ein schönes Beispiel für eine Good Practice sind sogenannte ScrumbutsScrum definiert ein Set aus Rollen, Regeln und Ritualen zur Entwicklung von Software, Produkten oder Services. ScrumBut bezeichnet den bewussten Verzicht auf Teile dieser Elemente und ist damit im besten Sinne eine Good Practice.

Natürlich gibt es auch immer wieder Diskussionen, ob es sich bei Good oder Best Practices nicht nur um kleinste, sprachliche Unterschiede handelt. Tatsächlich ist der Anspruch ein anderer, denn eine Best Practice adressiert die beste – also optimale – Lösung. Diesen Anspruch will und kann eine Good Practice nicht erfüllen. Im Gegenteil: sie behält sich impliziert vor, dass sie sich in der Praxis weiterentwickeln kann. Eine Good Practice könnte also bestenfalls als eine „best current practice“ gelten.

Interessanterweise gibt es in Organisationen auch immer wieder Worst Practices, die genutzt werden.

Hinweis:

Checklisten sind eine formalisierte Möglichkeit, um Good Practices zu überprüfen. Einen Blogbeitrag zum Thema „Checklisten im Projektmanagement“ finden Sie hier  »

Interessanterweise gibt es in Organisationen auch immer wieder Worst Practices.

Kommentar:

Welche Erfahrungen haben Sie mit Good Practices gemacht? Wie wichtig sind sie bei neuartigen Themen? Und haben Sie Fragen oder Anmerkungen?

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“Das Fachwissen zu Softwarearchitekturen, die Expertise in der Softwareentwicklung und die sehr flexible Arbeitsweise waren ideal für uns.“

„Ich brauche Freiheit und Vertrauen. Und ich möchte Verantwortung übernehmen und dabei Spaß haben!“

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