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Apprenticing

Bei einem Anwender in die Lehre gehen

Das Apprenticing ist eine Variante der Feldforschung, bei der ein Apprentice – auf Deutsch ein Lehrling oder Praktikant – bei einem Anwender dessen Tätigkeit ausführt, um so mehr Wissen darüber zu sammeln. Unternehmen setzen diese Technik bspw. im Zuge der Anforderungsermittlung für die Entwicklung von Software und Systemen ein. Die Idee des Apprenticing geht davon aus, dass durch die Ausführung der Tätigkeiten mehr Erkenntnisse gewonnen werden, als bei anderen Varianten der Feldforschung wie die Feldbeobachtung oder der Befragung. Der Praktikant bzw. Lehrling kann so Details erkennen, die für Anwender, Mitarbeiter oder Stakeholder selbstverständlich sind und die diese bei anderen Varianten nicht erwähnen oder erläutern würden.

Grundsätzlich empfiehlt es sich, den Lehrer mit Bedacht auszuwählen. Nicht jeder Anwender ist ein guter Lehrer. Folgende drei Aspekte eines Apprenticing haben sich in der Praxis bewährt:

  • Vorgespräch zwischen „Lehrer“ und „Lehrling“ inklusive Besprechung des Vorgehens, der Dauer und Frequenz des Apprenticings,  sowie der Ziele.
  • Entweder Demonstration der zu erforschenden Tätigkeit durch den Lehrer oder direkter Einstieg des Lehrlings ohne Demonstration.
  • Coaching durch den Lehrer während der Tätigkeit, wobei sich mit zunehmender Dauer das Coaching meist reduziert.

Genau wie die Contextual Inquiry geht Apprenticing auf Karen Holtzblatt und Hugh Beyer zurück.

“Das Fachwissen zu Softwarearchitekturen, die Expertise in der Softwareentwicklung und die sehr flexible Arbeitsweise waren ideal für uns.“

„Ihren Blog lese ich schon lange und mit großer Freude. Systematisch, auf den Punkt und ansprechend.“

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