t2informatik » Wissen kompakt » 5-Sekunden-Regel

5-Sekunden-Regel

Was ist die 5-Sekunden-Regel, wie funktioniert sie und welche Kritik gibt es an ihr?

Eine Technik im Selbstmanagement

Die 5-Sekunden-Regel ist eine Technik im Selbstmanagement, die versucht einen Impuls zu verstärken, bevor Einwände einen hindern, den Impuls in eine Tat umzusetzen. Die Regel besagt, dass Menschen mit der Erledigung einer evtl. unangenehmen Aufgabe innerhalb von 5 Sekunden beginnen sollen, denn ansonsten werden sie versuchen, die Erledigung der Aufgabe hinauszuschieben. Sie richtet sich an Menschen, die Dinge aufschieben und ist somit eine Hilfe bzw. ein Tool, um innerhalb von 5 Sekunden ins Handeln zu kommen.

Die 5-Sekunden-Regel geht auf Mel Robbins, eine US-amerikanische Fernsehmoderatorin, Autorin und Motivationsrednerin und ihr Buch „5…4…3…2…1…Go! Die 5 Sekunden Regel“ zurück. Im Gegensatz zur 2-Minuten-Regel von David Allen, einem Experten für Selbstmanagement, adressiert Mel Robbins mit ihrer Regel innere Hindernisse, die oft auch als Aufschieberitis oder Prokrastination beschrieben werden. David Allens Überlegungen zielen auf Aufgaben ab, die sich innerhalb von 2 Minuten erledigen lassen – damit unterscheiden sich beide Ansätze elementar.

Der Impuls für 5…4…3…2…1…Go!

Geht es nach Mel Robbins, sollten Sie sobald Sie einen Impuls, eine Verpflichtung oder auch einen Wunsch verspüren, um eine Aufgabe zu erledigen, folgendes tun:

Zählen Sie rückwärts von 5 zu 1. Und legen Sie los. 5…4…3…2…1. Los geht’s!

Durch dieses aktive Rückwärtszählen – dem Countdown – bringen Sie das Momentum auf Ihre Seite und verstärken den Impuls, bevor Ihnen Gedanken an Hindernisse und mögliche Ausreden einfallen. Folgen Sie Ihrem initialen Impuls nicht innerhalb der 5-Sekunden, folgen Sie dem Impuls vermutlich gar nicht. 

Die 5-Sekunden-Regel - Was steckt dahinter?

Die Elemente der 5-Sekunden-Regel

Es gibt einige Aspekte, die es bei der Anwendung der Regel zu beachten gilt:

  • Ein Impuls ist nichts irrationales, durch ihn soll und darf niemand zu schaden kommen. Es geht weder um Risikovermeidung noch um das Ignorieren von Erfahrungen, es dreht sich eher um ein Bauchgefühl oder eine Intention.
  • Es gibt eine Verbindung zwischen Impuls und einem übergeordneten Ziel. Vielleicht wollen Sie in einem Projekt mehr bewegen, und Sie haben einen Impuls in einem Meeting, wie Sie das Projekt voran bringen können, folgen Sie diesem Impuls und äußern Sie Ihre Meinung. 
  • Sie müssen ins Handeln kommen und sich möglicherweise zwingen, „etwas“ zu tun. Vielleicht wollen Sie mehr Geld verdienen und Sie haben Argumente für ein Gespräch mit Ihrem Vorgesetzten gesammelt, dann sprechen Sie Ihren Vorgesetzten an. Vermutlich gibt es nicht den „perfekten Moment“, aber wenn Sie darauf warten, dass dieser Moment von selbst kommt oder Ihnen der Vorgesetzte von sich aus mehr Gehalt gibt, dann dürften Sie lange warten. 
  • Was Sie brauchen ist ein „Push“ – und diesen Push geben Sie sich selbst. Gibt es den Impuls und die Verbindung zu einem übergeordneten Ziel, dann beginnen Sie den Countdown: 5…4…3…2…1…Go!
  • Nach dem mentalen Push folgt die physische Bewegung. Greifen Sie zum Telefonhörer und rufen Sie den „schwierigen Kunden“ an, gehen Sie auf Ihren Kollegen zu und teilen Sie ihm Ihre Meinung mit. Vielleicht ist es sogar anders herum und die physische Bewegung hindert Sie etwas zu tun, bspw. reagieren Sie nicht auf eine Beleidigung. 

Wichtig ist, dass Sie innerhalb von 5 Sekunden – theoretisch auch in 4 oder 3 Sekunden, je nachdem wie geübt Sie sind – ins Agieren kommen. Gelingt es Ihnen nicht, aktiv auf einen Impuls zu reagieren, wird der Impuls vorbeigehen und nichts ändert sich. Vielleicht ist das in gewisser Weise sicher, aber es ist – zumindest wenn es nach Mel Robbins geht – nicht zielführend.

Kritik an der 5-Sekunden-Regel

Im Zusammenhang mit der 5-Sekunden-Regel gibt es einige kritische Anmerkungen und Fragen:

  • Welchen Einfluss hat der Umfang einer Aufgabe? Wie ist die Beziehung zwischen Priorität einer Aufgabe und einem „neuen“ Impuls?
  • Erfahrungen prägen Menschen und ihr Verhalten. Menschen vermeiden „Aktionen“ bspw. um sich zu schützen. Ist es möglich (und sinnvoll), Erfahrungen innerhalb von 5 Sekunden über Bord zu werfen?
  • Prokrastination ist eine pathologische Störung, evtl. ist die 5-Sekunden-Regel nicht die geeignete Maßnahme, um diese Störung zu beheben.
  • Welchen (wissenschaftlich belastbaren) Wirksamkeitsnachweis gibt es, dass die Regel dauerhaft zu einer Veränderung des Verhaltens beiträgt? Und ist die Verhaltensänderung positiv?

Zusammengefasst: Die 5-Sekunden-Regel versucht Menschen zu bestärken, vom Denken ins Handeln zu kommen. Veränderungen passieren häufig in kleinen Schritten und diese Technik verbessert das Selbstmanagement in kleinen Schritten. Sie könnten es selbst ausprobieren: es dauert lediglich 5 Sekunden.

Hinweise:

Informationen zu Mel Robbins (Videos, Bücher, Blogs) finden Sie auf ihrer Website.
Einen Blogbeitrag zu „Perfektion und Prokrastination“ finden Sie hier  »

„Bei t2informatik wird Kompetenz mit der Fähigkeit des Zuhörens verknüpft. Ich kann Ihnen t2informatik zu 100% empfehlen.“

„Ich brauche Freiheit und Vertrauen. Und ich möchte Verantwortung übernehmen und dabei Spaß haben!“