KI und Bildung: Warum wir die falschen Dinge prüfen

Gastbeitrag von | 16.07.2026

Ein imaginäres Gespräch zwischen Peter Drucker und Prof. Dr. Juliane Weber, Dekanin einer deutschen Hochschule

Dies ist der achte Teil einer Serie mit fiktiven Gesprächen. Peter Drucker trifft darin bekannte Personen und Menschen wie Sie und mich. Menschen mit unterschiedlichen Rollen in Organisationen, die den technologischen Optimismus, die pragmatische Anwendung, die historische Warnung und die ökonomische Realität verkörpern.

Heute unterhält er sich mit Prof. Dr. Juliane Weber, Dekanin einer deutschen Hochschule. Sie hat ihn eingeladen, weil sie seine Sicht auf Bildung besser verstehen möchte. Seine Bücher, seine Sichtweisen und seine stringente Argumentation im betriebswirtschaftlichen Bereich gefallen ihr und sie möchte das besser verstehen und mit ihm diskutieren.

Der Zusammenbruch der klassischen Prüfungen

Prof. Dr. Weber: Herr Drucker, vielen Dank für ihren Besuch und unser Gespräch. Ich weiß das sehr zu schätzen.

Unser klassisches System an den Universitäten kollabiert gerade vor unseren Augen. Wir stehen vor einer echten Krise im Bildungsbereich. Die Studierenden reichen massenhaft Hausarbeiten ein. Diese Arbeiten sind stilistisch perfekt und gleichzeitig irgendwie „durchschnittlich“. Die inhaltliche Struktur ist fehlerfrei und doch auch irgendwie „nichtssagend“. Niemand in meinem Kollegium weiß mehr, wer diese Texte wirklich geschrieben hat. Wir verlieren die absolute Gewissheit über die echte Leistung unserer Studierenden.

Das Schlimme daran beginnt aber schon viel früher im Leben der jungen Menschen. Die Schulen bereiten die jungen Menschen nicht auf diese neue technologische Welt vor. Die Schule agiert seit Jahrhunderten als direkter Vorbereiter für die Universität. Dort lernen die Schüler leider heute immer noch vor allem das stumpfe Auswendiglernen. Sie reproduzieren vorgefertigte Antworten auf standardisierte Fragen der Lehrer, auch in den Prüfungen. Dann kommen sie an die Universität und nutzen künstliche Intelligenz für genau diese blinde Reproduktion. Das ganze klassische Bildungssystem versagt auf ganzer Linie. Es fehlt völlig die Fähigkeit zum eigenständigen und kritischen Denken.

Peter Drucker: Frau Weber, ich freue mich auch auf unser Gespräch und bin heute gerne hier.

Sie beschreiben ein faszinierendes Phänomen unserer Zeit. Diese Krise ist jedoch aus meiner Sicht nur ein Symptom einer viel größeren Veränderung. Wir erleben aktuell einen massiven Wandel in der gesamten Wissensgesellschaft. Die künstliche Intelligenz legt lediglich die Schwächen eines alten und starren Systems völlig gnadenlos offen.

Die Universitäten haben Jahrzehnte lang wie industrielle Fabriken funktioniert. Wissen wurde standardisiert vermittelt und standardisiert abgefragt. Die Schule hat die Menschen für diese geistige Fabrik im Vorfeld konditioniert. Jetzt übernimmt eine Maschine diese standardisierte Produktion von Texten in absolut perfekten Abläufen. Es ist der logische nächste Schritt in der fortschreitenden Automatisierung von Routinetätigkeiten. Früher betraf das nur die harte körperliche Arbeit. Heute betrifft es die routinierte geistige Arbeit.

Prof. Dr. Weber: Das mag philosophisch absolut richtig sein. Wir haben aber ein akutes und brennendes Problem in der täglichen Praxis unserer Fakultät. Wir müssen die akademische Integrität zwingend wahren. Wenn wir Noten für Leistungen vergeben, die am Ende von Maschinen erbracht wurden, entwertet das unsere Abschlüsse massiv. Die gesamte Glaubwürdigkeit unserer Institution steht auf dem Spiel.

Peter Drucker: Das kann ich nachvollziehen. Wie wollen Sie das verhindern?

Die falsche Suche nach dem Betrug

Prof. Dr. Weber: Meine erste Reaktion als Dekanin ist ganz klar: Wir müssen diese Technologie in Prüfungen und Hausarbeiten komplett verbieten. Wir brauchen sichere Software zur automatischen Erkennung von künstlicher Intelligenz. Wir müssen die digitalen Werkzeuge finden, um maschinelle Texte zweifelsfrei zu entlarven. Nur so können wir echten Betrug verhindern und die Täter bestrafen. Wir müssen die Prüfungen wieder sicher machen und die alte Ordnung an der Hochschule wiederherstellen.

Peter Drucker: Diese Reaktion kann ich nachvollziehen, ist aber aus meiner Sicht der völlig falsche Weg. Und ich möchte Ihnen das gerne erklären. Sie suchen gerade nach dem falschen Fehler. Sie bekämpfen vehement das Symptom und ignorieren die eigentliche Krankheit des Systems. Lassen Sie uns für das weitere Gespräch eine provokante These aufstellen: Wenn eine Maschine eine akademische Hausarbeit mühelos schreiben kann, dann war diese Hausarbeit wahrscheinlich ohnehin völlig wertlos.

Prof. Dr. Weber: Das ist ein extrem harter Vorwurf an die gesamte akademische Lehre der letzten Jahrzehnte. Sie sprechen unseren bisherigen Lehrmethoden jeglichen intellektuellen Wert ab.

Peter Drucker: Es ist die nüchterne Realität der modernen Wissensarbeit. Der Wert einer intellektuellen Aufgabe liegt nicht in der stundenlangen Mühe der Erstellung. Der wahre Wert liegt in der Effektivität der Ergebnisse und im echten Zugewinn an neuer Erkenntnis. Wir haben Studierende jahrelang Aufgaben lösen lassen, die der Welt keinen echten intellektuellen Mehrwert bieten. Das krampfhafte Festhalten an diesen alten Formaten von Prüfungen ist eine sichere Strategie des Scheiterns. Sie wollen die neuen Werkzeuge verbieten. Sie sollten stattdessen die Aufgaben radikal verändern.

Prof. Dr. Weber: So einfach ist das nicht. Wir haben also die ganzen Jahre die falschen Dinge geprüft. Wir haben die reine Fleißarbeit und die korrekte Formatierung von unzähligen Quellen bewertet. Wir haben den formalen Prozess über das eigentliche tiefe Denken gestellt. Habe ich Sie da richtig verstanden?

Peter Drucker: Exakt so ist es. Sie haben die reine Verarbeitung von Informationen geprüft. Sie haben die Fähigkeit bewertet, bereits bekannte Daten neu zu sortieren. Diese Form der Verarbeitung ist heute eine billige Ware geworden. Eine Maschine erledigt das mittlerweile schneller und fehlerfreier als jede fleißige Studentin bzw. jeder Student.

Das Ende des reinen Faktenwissens

Prof. Dr. Weber: Das zwingt uns unweigerlich zu einem fundamentalen Umdenken an der Universität. Wenn die reine Verarbeitung von Informationen wirklich eine billige Ware ist, was bleibt dann noch für uns? Die Universität verliert gerade ihre historische und stolze Rolle. Wir waren jahrhundertelang die alleinigen Hüter von Daten und verlässlichen Fakten. Die künstliche Intelligenz hat dieses alte Monopol nun endgültig gebrochen. Jeder Mensch hat heute das gesamte gesammelte Weltwissen in seiner Hosentasche jederzeit abrufbereit.

Peter Drucker: Das ist eine großartige Befreiung für den menschlichen Geist. Reines Faktenwissen ist eine allgemein verfügbare Ware geworden. Das ist eine absolute Commodity im Markt des Wissens. Und das ist nicht erst seit KI so, schon mit der Verfügbarkeit des Internets und Suchmaschinen begann diese Entwicklung. Das ist aber keine Bedrohung für die akademische Bildung. Es ist vielmehr eine enorme Chance zur Weiterentwicklung. Die Universität muss nicht länger als ein reiner Speicher für Fakten dienen. Professoren müssen keine langweiligen Vorlesungen mehr halten, die lediglich alte Bücher laut vorlesen.

Prof. Dr. Weber: Eine Abkehr vom reinen Auswendiglernen ist demnach unausweichlich und sogar wünschenswert? Das bloße Wiedergeben von auswendig gelernten Texten verliert dann wirklich jeden Sinn. Wir müssten uns von diesem antiquierten pädagogischen Modell komplett verabschieden. Aber es fällt vielen Lehrenden unheimlich schwer, diese vertraute Kontrolle über das Wissen aufzugeben.

Peter Drucker: Menschlich teilweise nachvollziehbar, aber die moderne Wissensgesellschaft braucht keine lebenden menschlichen Datenbanken. Sie braucht Menschen mit echter und tiefer Bildung sowie Weitsicht. Die Definition der gebildeten Person ändert sich derzeit radikal. Fakten sind nach wie vor wichtig für das Verständnis der Welt. Sie sind aber nur das nackte Rohmaterial. Das reine Ansammeln von diesem Rohmaterial schafft noch keinen einzigen nachhaltigen Wert. Der Wert entsteht erst durch die geschickte Verknüpfung dieser isolierten Fakten zu einem viel größeren Gesamtbild. Und das ist die neue Aufgabe von kompetentem Lehrpersonal. Schon in der Schule.

Prof. Dr. Weber: Wir müssen also dringend von der reinen Wissensvermittlung zur echten und praktischen Wissensanwendung kommen. Die Studierenden müssen lernen, mit diesem unendlichen Überfluss an Informationen klug und zielgerichtet umzugehen und sich dieses Wissen nachhaltig aneignen können.

Die Geburt der wahren Urteilskraft

Peter Drucker: Wir sprechen hier eigentlich über die Geburt der wahren menschlichen Urteilskraft. Das ist der absolute Kern der gebildeten Person in der nahen Zukunft. Ein tiefes Systemverständnis wird zur allerwichtigsten Eigenschaft für beruflichen Erfolg. Die Studierenden müssen die Fähigkeit erlernen, die richtigen und präzisen Fragen zu stellen. Sie müssen die scheinbar perfekten Antworten der Maschinen extrem kritisch bewerten können. Gebildete Menschen stehen also am Anfang und am Ende des Prozesses zum Wissenserwerb.

Prof. Dr. Weber: Genau hier sehe ich ein massives und logisches Problem in der täglichen Praxis. Wie können junge Menschen noch echtes Fachwissen aufbauen? Dieses eigene Wissen in den Köpfen ist zwingend nötig. Ohne ein starkes Fundament in einem Fachgebiet können wir die künstliche Intelligenz gar nicht kritisch überprüfen. Wir können die subtilen Fehler und die gefährlichen Täuschungen der Maschinen nicht als solche erkennen. Wie erlangen wir dieses tiefe Wissen, wenn die Maschine uns den mühsamen Weg des Suchens und Zusammenfassens scheinbar komplett abnimmt?

Peter Drucker: Das ist zweifellos die wichtigste pädagogische Frage unserer Zeit. Die Antwort darauf erfordert immense menschliche Disziplin. Die fachlichen Grundlagen müssen weiterhin hart und ausdauernd erarbeitet werden. Der Weg dorthin bleibt anstrengend und zeitintensiv. Man kann echtes Systemverständnis niemals an eine Maschine delegieren. Die Studierenden müssen weiterhin primäre Quellen aufmerksam lesen. Sie müssen sich mit komplexen Theorien intellektuell intensiv auseinandersetzen. Der Schmerz des eigenen Lernens bleibt uns allen zum Glück erhalten.

Prof. Dr. Weber: Sie sagen also, wir nutzen die Technologie als starkes und hilfreiches Werkzeug im Alltag. Das eigene geistige Fundament müssen wir aber weiterhin mühsam Stein für Stein selbst mauern.

Peter Drucker: Vollkommen richtig. Nur dieses fundierte eigene Wissen im Kopf ermöglicht eine wirklich kompetente Bewertung von maschinellen Antworten. Wer die theoretischen Grundlagen eines Faches nicht tief verstanden hat, wird unweigerlich zum Sklaven der Maschine. Er glaubt alles ungesehen. Er kann keine einzige Aussage fundiert hinterfragen. Echte Urteilskraft entsteht ausschließlich aus der Kombination von hart erarbeitetem Fachwissen und der ständigen praktischen Anwendung dieses Wissens.

Prof. Dr. Weber: Die gezielte Förderung genau dieser analytischen Fähigkeiten und der Aufbau des theoretischen Fundaments ist also unsere neue Kernaufgabe in der täglichen Lehre. Das ist eine große Herausforderung.

Peter Drucker: Da gebe ich Ihnen Recht. Das ist eine große Herausforderung für alle Lehrenden. Es ist jedoch auch eine große Herausforderung für die Lernenden. Denn das mühevolle Bauen des geistigen Fundaments Stein um Stein ist nicht jedermanns Sache. Der Mensch ist leider sehr oft auch faul.

Eine radikale Reform der Lehrpläne

Prof. Dr. Weber: Wir brauchen folglich sehr konkrete Wege für eine völlig neue Form der Lehre. Wie setzen wir das zeitnah in die Praxis der Universitäten um? Wir können nicht einfach alte Vorlesungen mit neuen modernen Titeln versehen. Das wäre reiner Etikettenschwindel und würde das Problem nicht lösen.

Peter Drucker: Sie benötigen in der Tat eine radikale Umgestaltung der gesamten Studieninhalte. Eine kleine kosmetische Anpassung reicht hier absolut nicht aus. Das gesamte Curriculum jeder Fakultät muss von Grund auf neu geschrieben werden.

Prof. Dr. Weber: Das wird erwartungsgemäß enormen Widerstand in allen Fakultäten auslösen. Veränderungen an Lehrplänen dauern normalerweise viele Jahre. Wie könnte ein solches völlig neues Curriculum aussehen, um die Studierenden bestmöglich vorzubereiten?

Peter Drucker: Die Studierenden sollten künftig reale und hochkomplexe Probleme lösen. Die klassische isolierte Hausarbeit verschwindet komplett aus dem Angebot. An ihre Stelle treten echte interdisziplinäre Projekte. Die Studierenden arbeiten intensiv an realen Herausforderungen aus der Wirtschaft oder der Gesellschaft. Diese Aufgabenstellungen können klein oder groß sein. Sie nutzen dabei ganz selbstverständlich alle verfügbaren technologischen Werkzeuge. Die Nutzung von künstlicher Intelligenz wird dabei ausdrücklich gefordert und durch die Lehrenden methodisch begleitet.

Prof. Dr. Weber: Und wie prüfen wir dann am Ende des Semesters die echte intellektuelle Leistung des einzelnen Menschen objektiv?

Peter Drucker: Ausschließlich durch den persönlichen und direkten Dialog. Die Studierenden müssen ihre Positionen und ihre Ergebnisse in tiefgehenden mündlichen Diskussionen sehr fundiert verteidigen. Sie erklären den Prüfern nicht, was die Maschine im Detail geschrieben hat. Sie erklären ausführlich, warum sie der Maschine eine bestimmte und präzise Frage gestellt haben. Sie begründen detailliert, warum sie die Antwort der Maschine akzeptiert oder aus guten Gründen verworfen haben. Sie verteidigen ihre eigene Urteilskraft vor einem kritischen fachlichen Gremium aus echten Experten.

Prof. Dr. Weber: Das bedeutet deutlich mehr zeitlichen Aufwand für die Professoren. Wir verlagern die Zeit von der einsamen Korrektur schriftlicher Arbeiten hin zur gemeinsamen mündlichen Debatte im Seminarraum. Das ist im Grunde eine Rückkehr zur klassischen akademischen Disputation vergangener Jahrhunderte.

Die Universität der Zukunft

Peter Drucker: Sehr schön, Frau Weber. Es freut mich, dass Sie das so verstanden haben. Genau das ist die großartige Universität der Zukunft. Sie entwickelt sich wieder zu einem echten physischen und geistigen Raum für kritischen Austausch. Sie wird wieder zu einem Ort des lebendigen Diskurses zwischen erfahrenen Lehrenden und neugierigen Lernenden.

Prof. Dr. Weber: Diese erfrischende Perspektive nimmt mir meine anfängliche große Angst vor dem technologischen Fortschritt. Diese Vision ist im Gegenteil sehr kraftvoll und hochgradig motivierend. Die Technologie vernichtet nicht die Existenzberechtigung der Universität. Sie zwingt uns lediglich dazu, wieder das zu werden, was wir im Kern immer sein sollten: Ein echter Ort des tiefen Denkens und der gemeinsamen Reflexion.

Peter Drucker: Ethische Reflexion steht künftig im absoluten Zentrum der gesamten akademischen Ausbildung. Die Maschinen übernehmen die schnellen Berechnungen von Wahrscheinlichkeiten. Sie übernehmen die perfekte Strukturierung von riesigen Datenmengen in Rekordzeit. Die Menschen übernehmen jedoch die finale Verantwortung. Sie bewerten alle Ergebnisse nach ethischen und moralischen Maßstäben. Diese zutiefst menschlichen Maßstäbe kann keine Maschine jemals entwickeln oder glaubhaft simulieren.

Prof. Dr. Weber: Wir bilden also in Zukunft keine reinen Fachexperten mehr aus. Wir bilden verantwortungsvolle und weitsichtige Entscheider aus. Das ist ein völlig neues und wunderbares Leitbild für unsere Hochschule. Und es stellt den Menschen in ein neues Licht. Es bringt ihn zu dem zurück, was ihn ausmacht.

Peter Drucker: Das war und ist immer das höchste Ideal der wahren Bildung gewesen. Die gebildete Person versteht die tiefen Konsequenzen ihres eigenen Handelns. Sie sieht stets das große Ganze und nicht nur das kleine isolierte Detail. Die Universität der Zukunft bereitet junge Menschen auf eine komplexe Welt vor, in der reines Spezialwissen extrem schnell veraltet. Ein starker menschlicher Charakter und eine geschulte Urteilskraft bleiben jedoch ein ganzes Leben lang bestehen und wertvoll.

Prof. Dr. Weber: Ich sehe nun einen sehr klaren und motivierenden Weg für die zukünftige Gestaltung unserer Hochschule vor mir. Der starke Fokus auf Verbote und Kontrolle am Anfang unseres Gesprächs war ein gravierender Fehler. Wir werden unsere gesamte kollektive Energie nun in die positive Neugestaltung der Lehre investieren.

Peter Drucker: Das ist die einzig richtige strategische Entscheidung für Ihre Fakultät. Wir stehen gemeinsam am Beginn einer großartigen neuen Epoche der menschlichen Bildung. Wer genau jetzt die richtigen Fragen stellt und mutig handelt, wird diese spannende Zukunft äußerst erfolgreich für alle gestalten.

 

Hinweise:

Dieses fiktive Gespräch baut auf den theoretischen Grundlagen auf, die Dierk Söllner im ersten Beitrag dieser Serie – Peter Drucker trifft KI – beschrieben hat. Dort geht es unter anderem um den wahren Wert von Wissensarbeit.

Dierk Söllner unterstützt Fach- und Führungskräfte bei aktuellen Herausforderungen durch professionelles Coaching und bietet nützliche Trainings zu KI an.

Die juristische Fakultät der Universität Passau hat übrigens zum 1. Februar 2026 tatsächlich beschlossen, dass für die „Übungen für Fortgeschrittene“ keine Hausarbeiten mehr nötig sind. Die Universität begründet das unter anderem damit, dass sich der Nutzen der Hausarbeiten kaum noch von den Kosten der Korrektur rechtfertigen lasse, und dass KI-Werkzeuge bei Recherche und Formulierung inzwischen auch in der Rechtspraxis genutzt würden. Sie folgt damit ausdrücklich dem Vorbild der Juristischen Fakultäten der LMU München sowie der FAU Erlangen-Nürnberg. Hier finden Sie weitere Details.

An der FAU Erlangen-Nürnberg wurde für Seminararbeiten außerdem ein Mittelweg eingeführt: Der mündliche Seminarvortrag fließt jetzt als „Verteidigung“ der Arbeit mit 30 % in die Note ein, um zu prüfen, ob die Studierenden den Inhalt der eigenen Arbeit tatsächlich vertreten können – Hausarbeit bleibt also bestehen, wird aber um eine mündliche Kontrolle ergänzt. Hier finden Sie weitere Details.

Im nächsten fiktiven Gespräch trifft Peter Drucker auf seinen historischen Gegenspieler Frederick Winslow Taylor. Taylor ist der Vater der wissenschaftlichen Betriebsführung und wollte Arbeit stets in kleinste und messbare Schritte zerlegen. Für ihn war das Fließband die perfekte Erfindung.

Taylor würde die künstliche Intelligenz absolut lieben und sie zur totalen Perfektionierung und Überwachung von Prozessen nutzen. Peter Drucker wird diesem Ansatz vehement widersprechen. Er sieht eine große Gefahr in der Normierung von kreativen Prozessen. Wissensarbeit erfordert zwingend Autonomie und verträgt keine strikte Standardisierung. Drucker möchte die künstliche Intelligenz ganz anders einsetzen. Er will mit ihr sämtliche Routinen endgültig tilgen, sodass endlich der nötige Raum für echte menschliche Kreativität entsteht.

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Dierk Söllner hat weitere Beiträge mit Peter Drucker im t2informatik Blog veröffentlicht, u. a.:

t2informatik Blog: Die Zukunft der menschlichen Autonomie

Die Zukunft der menschlichen Autonomie

t2informatik Blog: Die Maschine rechnet, der Mensch heilt

Die Maschine rechnet, der Mensch heilt

t2informatik Blog: KI und die Frage nach wirksamer Arbeit

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Dierk Söllner
Dierk Söllner

Die Vision von Dierk Söllner lautet: „Menschen und Teams stärken – empathisch und kompetent“. Als zertifizierter Business Coach (dvct e.V.) unterstützt er Teams sowie Fach- und Führungskräfte bei aktuellen Herausforderungen durch professionelles Coaching. Kombiniert mit seiner langjährigen und umfassenden fachlichen Expertise in IT-Methodenframeworks macht ihn das zu einem kompetenten und empathischen Begleiter bei Personal-, Team und Organisationsentwicklung. Er betreibt den Podcast „Business Akupunktur„, hat einen Lehrauftrag zu „Moderne Gestaltungsmöglichkeiten hoch performanter IT-Organisationen“ an der NORDAKADEMIE Hamburg und das Fachbuch „IT-Service Management mit FitSM“ publiziert.

Seine Kunden reichen vom DAX-Konzern über mittelständische Unternehmen bis zu kleineren IT-Dienstleistern. Er twittert gerne und veröffentlicht regelmäßig Fachbeiträge in Print- und Online-Medien. Gemeinsam mit anderen Experten hat er die Initiative „Value Stream“ gegründet.

Im t2informatik Blog veröffentlichen wir Beträge für Menschen in Organisationen. Für diese Menschen entwickeln und modernisieren wir Software. Pragmatisch. ✔️ Persönlich. ✔️ Professionell. ✔️ Ein Klick hier und Sie erfahren mehr.