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Walking Skeleton

Das gerade so laufende Skelett

Ein Walking Skeleton bezeichnet in der Softwareentwicklung die einfachste Umsetzung eines kompletten Funktionsbereiches einer Software. „Walking“ bedeutet, dass die minimale Umsetzung bereits lauffähig ist – damit unterscheidet es sich von einem sogenannten Mock-Objekt, das in der Softwareentwicklung als Platzhalter bzw. Attrappe für echte Objekte verwendet wird, um Tests zu ermöglichen. „Skeleton“ bedeutet, dass wesentliche Teile bereits funktionsfähig implementiert wurden, der überwiegende Teil der Funktionalität – quasi das Fleisch – aber noch fehlt. Ziel des Walking Skeleton ist es, ein frühzeitiges Feedback von Anwendern oder Stakeholdern zu erhalten. Hier könnten Testmethoden wie Test-Driven-Development (TDD) oder Acceptance-Test-Driven-Development (ATDD) zum Einsatz kommen.

Im Sinne einer Prototypenentwicklung ist ein Walking Skeleton ein vertikaler Prototyp. Auch bei der Entwicklung von Minimal Viable Products (MVP) wird der vertikale Durchstich über alle Schichten der Architektur propagiert, um bereits frühzeitig eine lauffähige Lösung präsentieren zu können.

Jeff Patton, u.a. bekannt für seine Ausführungen zu User Story Mappings, interpretiert einen Walking Skeleton etwas anders: Da ein flaches Backlog schnell unübersichtlich wird, empfiehlt er hierarchische Backlogs, die er per User Story Mapping strukturiert. Dabei verwendet et einen zentralen Prozess, den die Software erfüllen soll, als Kriterium zur Gruppierung. Diesen zentralen Prozess nennt er Walking Skeleton. Gemeinsam haben beide Erklärungsansätze einen zusammenhängenden Strang an Anforderungen, an dem man sich orientiert, um so frühzeitig eine lauffähige Lösung zu realisieren.

Hinweis:

Eine Einschätzung zu Protoyp versus Walking Skeleton finden Sie hier  »

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