t2informatik » Wissen kompakt » Pugh-Matrix

Pugh-Matrix

Identifikation des bestmöglichen Lösungskonzepts

Die Pugh-Matrix, benannt nach Ihrem Erfinder Stuart Pugh, ist eine Entscheidungshilfe zur Bewertung konkurrierender Konzepte im Vergleich zu einem Basiskonzept. Sie basiert auf einem Set an definierten, gewichteten Kriterien, der Bewertung von Alternativen im Vergleich zu einer Basislösung, der Multiplikation der Bewertungen mit den jeweiligen Gewichtungen und der anschließenden Addition der gewichteten Bewertungen. Die Pugh-Matrix, die auch als Pugh-Methode, Pugh-Analyse oder Pugh Controlled Convergence (also Pughs kontrollierte Konvergenz) bezeichnet wird, besteht aus einer Tabelle mit folgenden Spalten:

  • Spalte 1: Kategorie der Bewertungskriterien zur Strukturierung der Entscheidungsmatrix und zur Bildung von Zwischensummen.
  • Spalte 2: Liste der Bewertungskriterien.
  • Spalte 3: Gewichtung der Kriterien, z.B. von 1 bis 5 oder von 1 bis 10. Je wichtiger das Kriterium ist, desto höher ist die Gewichtung. Je mehr Abstufungen es gibt, desto genauer lässt sich die Gewichtung der Kriterien vornehmen. Idealerweise sollte die Gewichtung der Bewertungskriterien erfolgen, bevor es zu den Bewertung der Lösungskonzepte kommt. (Als Erweiterung der Pugh-Matrix könnten auch die Kategorien zusätzlich gewichtet werden.)
  • Spalte 4: Das Basiskonzept als Baseline mit einer kollektiven Einstufung von 0 pro Bewertungskriterium.
  • Spalte 5 und fortfolgende: Darstellung verschiedener Lösungskonzepte inklusive Vergleich zur Baseline. Hier gibt es verschiedene Varianten: Bei der Verwendung von 3 Werten bedeutet 0 gleich gut wie das Basiskonzept, -1 bedeutet schlechter und +1 bedeutet besser als das Basiskonzept. Bei der Verwendung von 5 Werten bedeutet +2 viel besser, +1 besser, 0 gleich gut, -1 schlechter und -2 viel schlechter als das Basiskonzept. Bei 7 Werten reicht die Skala von +3 zu -3.

Pugh-Matrix - Wissen kompakt - t2informatik

Aus der Addition der Werte pro Lösungskonzept ergibt sich eine Reihenfolge. Zusätzlich lassen sich relative Stärken und Schwächen der verschiedenen Lösungen schnell identifizieren und gegebenenfalls zur späteren Optimierung einzelner Alternativen nutzen. Werden Lösungskonzepte nachgebessert, kann es zu einer erneuten Bewertung kommen.

Wie bei jeder gewichteten Entscheidungsmatrix lässt sich auch bei der Pugh-Matrix nicht garantieren, dass alle Kriterien, Gewichtungen und Beurteilungen objektiv ausgewählt und getroffen werden. Dennoch versucht die Pugh-Matrix die Entscheidungsfindung zu objektivieren und damit ist sie universell in vielen Bereichen einsetzbar. Das besondere an der Pugh-Matrix ist der paarweise Vergleich, bei dem eine Alternative immer mit dem Basiskonzept verglichen wird. Dies kann zu einer punktuell sehr genauen Unterscheidung führen.

Wöchentliche Tipps, Meinungen und Informationen gibt es im t2informatik Blog – regelmäßig mit renommierten Gastautoren.

„Ich brauche Freiheit und Vertrauen. Und ich möchte Verantwortung übernehmen und dabei Spaß haben!“

Share This