Reverse Mentoring

Was ist Reverse Mentoring, welche Regeln sollten beachtet werden und wie wichtig ist Kompetenz?

Von den Erfahrungen anderer Menschen profitieren

Mentoring bezeichnet den persönlichen Wissenstransfer zwischen erfahrenen und weniger erfahrenen Menschen. Es wird in vielen Organisationen – also Unternehmen, Behörden, Hochschulen oder Vereinen – als Instrument der Personalentwicklung genutzt. Meist bedeutet Mentoring, dass ein älterer Mitarbeiter – der Mentor – sein fachliches Wissen an einen jüngeren Mitarbeiter – den Mentee oder Protegé – weitergibt. Beim Reverse Mentoring ist dies umgekehrt: ein jüngerer Mitarbeiter gibt sein Wissen an den älteren Mitarbeiter weiter. Sowohl beim Mentoring als auch beim Reverse Mentoring wird das Ziel verfolgt, den oder die Mentee bei Fragen, Herausforderungen und Entscheidungen individuell zu unterstützen.

Der Ursprung von Reverse Mentoring

Ob der Begriff Reverse Mentoring notwendig ist oder nicht, wird in der Praxis immer wieder diskutiert. Sind Reverse Mentoring und Mentoring wirklich unterschiedlich oder handelt es sich um zwei Seiten einer Medaille?

Der Begriff Mentor geht auf eine Figur der griechischen Mythologie zurück: Mentor war der Lehrer von Telemach, dem Sohn des Odysseus‘. Indirekt lässt sich daraus ableiten, dass ein Mentor nicht nur mehr Wissen und Erfahrung als der Protegé besitzt, sondern dass er auch älter ist. Das muss aber nicht so sein, denn Erfahrung entsteht durch die Beschäftigung mit einem Thema bzw. der wiederholten Ausführung von Tätigkeiten. Damit sind sie nicht zwangsläufig vom Alter abhängig. In anderen Worten: ältere Menschen können Wissen und Erfahrungen besitzen, die jüngere Menschen nicht besitzen, und jüngere Menschen können wiederum Wissen und Erfahrungen besitzen, die ältere Menschen nicht besitzen. Ein häufig genanntes Beispiel sind die „Digital Natives“, also die Menschen, die bereits in jungen Jahren mit vielen digitalen Geräten und Techniken aufgewachsen sind. Diesen Digital Natives fällt oftmals der Umgang mit neuen Techniken, mit Apps, Tools, Webseiten leichter als älteren Menschen.

Kompetenz bei Reverse Mentoring

Interessant wird der Vergleich zwischen Reverse Mentoring und Mentoring, wenn das Wort „Erfahrung“ durch das Wort „Kompetenz“ ersetzt wird: Erfahrung wird gerne mit Alter und Reife gleichgesetzt, während Kompetenz eher etwas mit Wissen und Können zu tun hat. Und darum geht es primär: von der Kompetenz des anderen zu profitieren. Und damit sind Mentoring und Reverse Mentoring zwei Seiten einer Medaille.

Mentor oder Mentee - Mentoring oder Reverse Mentoring?

Regeln beim Reverse Mentoring und Mentoring

Grundsätzlich ist es beim Mentoring und beim Reverse Mentoring wichtig, einige Regeln zu definieren:

  • Wie erfolgt die Auswahl von Mentor und Mentee?
  • Wie, wo, worüber und in welcher Frequenz kommunizieren Mentor und Mentee?
  • Gibt es Erwartungen, Umgangsformen, Tabus?

Idealerweise entwickeln Mentor / Reverse Mentor und Protegé eine vertrauensvolle, partnerschaftliche Zusammenarbeit, in der sie sich gegenseitig austauschen, beraten und voneinander lernen. Ein Digital Native kennt sich möglicherweise besser mit Social Media aus und kann einen „jungen“ Blick auf Themen liefern. Ein älterer Mitarbeiter kennt vermutlich zahlreiche fachliche Methoden, hat bereits berufliche Krisen gemeistert oder Vertrags- und Gehaltsverhandlungen geführt. In einer solchen Konstellation profitieren beide Parteien voneinander.

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Hinweise:

Inzwischen gibt es einen weiteren Begriff im Kontext von Mentoring: Grow Buddy. Das Grow-Buddy-Konzept spinnt den Gedanken des Reverse Mentoring noch weiter und deklariert beide Parteien zu Mentoren bzw. Mentees. Die Beteiligten sind sowohl Lernende als auch Lehrer, die von- und miteinander lernen.

Hier finden Sie ergänzende Informationen aus unserem Blog:

t2informatik Blog: Mit Working Out Loud Kompetenzen für agiles Arbeiten entwickeln

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t2informatik Blog: Willkommen, Digitale Natives

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