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Gesetz von Conway

Das System als unmittelbares Ergebnis der Organisation

Melvin Edward Conway – ein US-amerikanischer Entwickler – veröffentlichte 1968 im „Datamation“, einem der bekanntesten IT Magazine der damaligen Zeit, einen Artikel über „How Do Committees Invent“. Eine der Thesen lautete: „Any organization that designs a system (defined broadly) will produce a design whose structure is a copy of the organization’s communication structure.“ Frei ins Deutsche übersetzt: „Jede Organisation, die im weitesten Sinne ein System entwirft, wird ein Design erzeugen, dessen Struktur eine Kopie der Kommunikationsstruktur der Organisation ist.“ Frederick Phillips Brooks Jr. – ein US-amerikanischer Computer und Software-Architekt – zitierte diese These als „Conway’s Law“ in seinem Buch „The Mythical Man-Month: Essays on Software Engineering“. Conways Gesetz war geboren.

Das Gesetz von Conway fußt auf einer soziologischen Beobachtung: Nur wenn die Entwickler eines Moduls A mit den Entwicklern eines Moduls B zielführend miteinander kommunizieren, können die Module A und B wie gewünscht miteinander interagieren. Oder anders ausgedrückt: Das Zusammenspiel der Schnittstellen eines Systems hängt notwendigerweise von der sozialen Struktur einer Organisation ab. Eine mangelnde zwischenmenschliche Kommunikation führt zu einer mangelhaften Lösung.

Seit 1968 gab es verschiedene Studien und Erkenntnisse, die Conway’s Law belegen. Auffällig ist dabei, dass nicht nur die Kommunikation zwischen beteiligten Entwicklern maßgeblich ist, sondern auch die Organisationsstruktur als solche. Gibt es drei Entwicklergruppen E1, E2 und E3 wird es meist auch ein System mit drei Subsystemen S1, S2 und S3 geben, bei vier Gruppen vier Subsysteme etc.

Gesetz von Conway

In der agilen Softwareentwicklung kann diese Erkenntnis hin zu einer agilen Organisation führen, bei der sich das zu erstellende System nicht an die Organisationsstruktur, sondern die Organisationsstruktur an das gewünschte System anpasst. Wichtig ist die Bereitschaft der Unternehmensführung, eine solche Anpassung und Umkehrung zu unterstützen. 

Hinweise:

Wenn eine Softwarearchitektur, die in einer Organisation entsteht, deren Struktur reproduziert, wie wirkt sich eine Anpassung der Organisation auf vorhandene Architekturen aus? Lesen Sie einen Erfahrungsbericht über Conways Einbahnstraße.
Hier finden Sie den Original-Text von How Do Committes Invent.

“Das Fachwissen zu Softwarearchitekturen, die Expertise in der Softwareentwicklung und die sehr flexible Arbeitsweise waren ideal für uns.“

„Ich brauche Freiheit und Vertrauen. Und ich möchte Verantwortung übernehmen und dabei Spaß haben!“