Alpha-Version

Was ist eine Alpha-Version und warum wird sie als solche deklariert?

Ein sehr früher, interner Entwicklungsstand

Die Entwicklung von Produkten – und insbesondere von Software – erfolgt klassischerweise in Phasen. Die Alpha-Version in der Softwareentwicklung folgt auf die Pre-Alpha-Version und vor der Beta-Version. Sie umfasst erste Funktionen oder Teile von Funktionen eines geplanten Releases und ist eine Basis für frühzeitiges Feedback von internen Auftraggebern (als Stellvertreter für spätere Anwender bzw. Kunden). Weitere Kennzeichen einer Alpha-Version sind u. a.

  • die nicht vollumfängliche Implementierung einzelner Funktionen,
  • das Fehlen von Funktionen und Funktionsbereichen, sowie
  • die frühzeitige Verwendung von Hilfsmitteln wie bspw. Stubs oder Mock-Objekten, so dass
  • eine Grundlage für White-Box-Tests vorhanden ist. (White-Box-Tests werden eingesetzt, um Fehler in Komponenten zu identifizieren, ohne dabei die Erfüllung der Spezifikation zu überprüfen. Aus diesem Grund folgen meist Gray- oder Back-Box-Test, allerdings erst in der Beta-Version.)

In manchen Publikationen wird darauf hingewiesen, dass Klickdummys bzw. Klick-Prototypen auch in der Alpha-Version entstehen bzw. genutzt werden. Je nach Organisation und Vorgehen könnte die Nutzung auch bereits in der Pre-Alpha-Version erfolgt sein. Unstrittig ist, dass es zu dem frühen Zeitpunkt in der Entwicklung noch keine Dokumentation im Handbuch oder im Changelog gibt. Diese wird meistens erst im Zuge eines Release Kandidaten finalisiert.

Die Alpha-Version als Vorankündigung

Die Terminologie von Alpha- und Beta-Tests geht vermutlich auf Martin Belsky, einem IBM Manager in den 1950er Jahren zurück. IBM nutzte den „A“-Test als Verifikation einer neuen Software vor der öffentlichen Ankündigung und den „B“-Test als Verifikation vor der Freigabe des Produkts. Zusätzlich verwendete IBM noch einen sogenannten „C“-Test als letzte Prüfung vor der allgemeinen Bereitstellung der neuen Software bzw. Softwareversion. In diesem Zusammenhang wurde die Alpha-Version also als Vorankündigung und die Beta-Version als Beweis für die Produktreife verstanden.

Heutzutage stellen Organisationen ausgewählten Kunden und Anwendern Vorab-Versionen zum Testen zur Verfügung. Dabei handelt es sich aber entweder um Release Kandidaten oder „bestenfalls“ Beta-Versionen. Alpha-Versionen werden an sich nicht extern genutzt. Ein zusätzlicher Grund liegt – trotz der inzwischen weit verbreiteten agilen Softwareentwicklung – in der Unsicherheit der weiteren Entwicklung. Ein Release Kandidat ist eine Version, die „nur noch“ auf die offizielle Freigabe wartet, eine Alpha-Version ist eine Version, bei der ein Großteil der geplanten Funktionen noch nicht zur Verfügung steht. Sie ist quasi ein erster, interner Entwicklungsstand einer neuen Version. Der Sinn, einen solchen internen Stand explizit zu deklarieren, liegt in der Absicht,

  • einen Entwicklungsstand- und fortschritt zu dokumentieren,
  • die Erwartungen an den bereits implementierten Funktionsumfang zu senken,
  • um gleichzeitig ein erstes, ernsthaftes und gleichzeitig wohlwollendes Feedback zu erhalten.

 

Alpha-Version - eine frühe Phase in der Softwareentwicklung

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Hinweise:

Hier finden Sie ergänzende Informationen aus unserer Rubrik Wissen kompakt:

Wissen kompakt: Was ist ein Mock-Objekt?

Was ist ein Mock-Objekt?

Wissen kompakt: Was gehört in ein Changelog?

Was gehört in ein Changelog?