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ABC-Analyse

Die Gewichtung von Objekten in drei Stufen

Die ABC-Analyse ist ein Analyseverfahren zur Gewichtung von Objekten nach ihrer Bedeutung. Wie der Name andeutet erfolgt die Gewichtung in drei Stufen: A für sehr wichtig, B für wichtig und C für weniger wichtig. Als Verfahren ist die ABC-Analyse allgemein anwendbar, d.h. es kann u.a. für die Priorisierung von Arbeitspaketen im Projektmanagement, im Vertrieb bei der Klassifizierung von Kunden und Absatzgebieten, in der Materialwirtschaft bei Überlegungen zu Rationalisierungen, in der Logistik oder im Controlling verwendet werden.

Die ABC-Analyse geht auf H. Ford Dickie, einem Manager von General Electric zurück. Grundlage des 1951 erstmals beschriebenen Verfahrens bildet u.a. die 80/20-Regel, auch bekannt als Paretoprinzip. Die Regel besagt, dass sich 80% der Ergebnisse mit 20% des Gesamtaufwands erzielen lassen, während für die verbleibenden 20% der Ergebnisse 80% des Gesamtaufwands investiert werden müssen. Als Folge daraus, versucht die ABC-Analyse Wesentliches von Unwesentlichem zu trennen. Erzielen Unternehmen bspw. mit 20% ihrer Kunden 80% des Gesamtumsatzes, sind das A-Kunden; sie genießen die größte Bedeutung für das Unternehmen. Tragen weitere 30% der Kunden zu 15% des Gesamtumsatzes bei, dann werden diese Kunden der Klasse B mit einer mittleren Bedeutung zugeteilt. Entsprechend erfolgt die Zuteilung der verbleibenden 50% der Kunden in die Klasse C mit einer geringeren Bedeutung, denn über sie werden nur 5% des Umsatzes erzielt.

Folgende Vorteile bietet die ABC-Analyse:

  • Sie ist leicht anwendbar und unabhängig vom Untersuchungsgegenstand, bspw. könnte sie auch der Beurteilung von Risiken im Projektmanagement helfen.
  • Sie ermöglicht die Analyse komplexer Situationen mit vertretbarem Aufwand durch die Beschränkung auf wesentliche Faktoren.
  • Die Ergebnisse der Analyse lassen sich übersichtlich und auch graphisch darstellen.

Folgende Nachteile werden der ABC-Analyse nachgesagt:

  • Die drei Klassen sind häufig zu grob, so dass weitere Einteilungen (ABCD oder ABCDE) notwendig werden, wobei dies der gewünschten Reduzierung an Komplexität widerspricht.
  • Meist werden nur einzelne Kriterien zur Klassifizierung herangezogen, bspw. Umsatz pro Kunde. Kunden könnten bei entsprechendem Umsatzpotential aber auch bei derzeit niedrigeren Umsatzzahlen sehr interessant sein.
  • Im Gegensatz zu quantitativen Faktoren werden qualitative Faktoren meist nicht berücksichtigt (Umsatz eines Kunden versus Image des Kunden).

Grundsätzlich ist das Ergebnis einer ABC-Analyse immer eine Momentaufnahme; die Ergebnisse sollten also in regelmäßigen Abständen überprüft werden. Da sich sich zudem meist nur auf ein Kriterium der Beurteilung konzentriert, könnte der Einsatz weiterer Analyseverfahren sinnvoll sein. In der Materialwirtschaft wird sie bspw. mit der XYZ-Analyse kombiniert.

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